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Wachsende Wut über Sparmaßnahmen

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10.02.2012

Griechenland Wachsende Wut über Sparmaßnahmen

Regierungsmitglieder traten zurück – Gewalt in Athen.

Athen – Rücktritte im griechischen Kabinett, Straßenschlachten in Athen und ein 48-stündiger Generalstreik: In Griechenland wächst die Wut über die Sparmaßnahmen, die am Sonntag im Parlament beschlossen werden sollen. Am Freitag kündigte die rechte LAOS-Partei, der Juniorpartner der griechischen Koalition, an, dagegen zu stimmen. Ministerpräsident Lukas Papademos kündigte an, er werde das Sparpaket gegen alle Widerstände durchsetzen.

Besonderer Zorn galt den Euro-Finanzministern, denen das Sparpaket der griechischen Regierung nicht weit genug geht und die Athen ein Ultimatum bis Mitte nächster Woche stellten. Sie müssten noch weitere Bedingungen erfüllen, um das dringend benötigte Hilfspaket in Höhe von 130 Milliarden Euro zu erhalten.

Die Antwort auf die Forderungen der Eurozone ließen nicht lange auf sich warten. Inmitten eines von den Gewerkschaften ausgerufenen Generalstreiks marschierten tausende Menschen am Freitag in Griechenland durch die Straßen, um gegen die Sparmaßnahmen zu demonstrieren. In Athen warfen dutzende Demonstranten Steine und Brandsätze, die Polizei reagierte mit Tränengas.

Kabinettsmitglieder treten zurück

Auch innerhalb der griechischen Regierung nahm der Widerstand zu: sechs Mitglieder des 48-köpfigen Kabinetts traten bisher aus Protest gegen die Sparmaßnahmen zurück. Am Freitag waren es die stellvertretende Außenministerin Mariliza Xenogiannakopoulou, Verkehrsminister Yiannis Ragoussis, sowie die stellvertretenden Minister für Landwirtschaft, Verteidigung und der Handelsmarine. Bereits am Donnerstag war der stellvertretende Arbeitsminister zurückgetreten, der wie Xenogiannakopoulou den Sozialisten angehört. Die übrigen zurückgetretenen Regierungsmitglieder sind Mitglieder der LAOS-Partei.

“Sie versuchen Maßnahmen umzusetzen, die die Rezession verschlimmern und das Land in die Verzweiflung treiben werden”, sagte Xenogiannakopoulou, die ankündigte, gegen das Sparpaket zu stimmen.

So wie auch LAOS-Parteichef Giorgos Karatzaferis, der noch am Donnerstag in Verhandlungen mit den übrigen Koalitionsspitzen und Ministerpräsident Lukas Papademos dem Paket zugestimmt hatte. Die Behandlung Griechenlands durch die europäischen Partner sei “erniedrigend”, sagte er am Freitag und verwies dabei besonders auf Deutschland. “Natürlich wollen wir nicht außerhalb der EU sein, aber wir können darauf verzichten, unter der deutschen Knute zu stehen”, sagte Karatzaferis bei einer Pressekonferenz.

Seine Partei ist mit 16 Abgeordneten im Parlament vertreten. Insgesamt verfügt die Regierungskoalition über 252 Stimmen. Wenn die Mehrheit der Abgeordneten der beiden anderen Parteien – die Sozialisten und die Konservativen – zustimmen, kann das Sparpaket trotzdem ohne Probleme verabschiedet werden. Sowohl die Sozialisten als auch die Konservativen beriefen aber für den Freitagabend – im Anschluss an eine Kabinettssitzung – Krisentreffen ein.

Drei Bedingungen

Bis Mittwoch muss die Regierung in Athen drei Bedingungen erfüllen, ohne die es kein zweites Rettungspaket für Griechenland in Milliardenhöhe gibt: Das griechische Parlament muss die neuen Spargesetze verabschieden, die drei großen Parteien müssen das Abkommen unterschreiben, und darüber hinaus muss eine weitere Finanzierungslücke von 325 Millionen Euro durch nachhaltige Reformen geschlossen werden.

Deutschland räumt Griechenland zur Lösung seiner Schuldenprobleme eine zweiwöchige Galgenfrist ein. Der Bundestag werde am 27. Februar auf einer Sondersitzung über weitere Hilfen entscheiden, vereinbarten die Fraktionen in Berlin. Quer durch alle Parteien wuchsen allerdings die Zweifel, ob Athen überhaupt in der Lage sei, die entsprechenden Beschlüsse zu fassen und seine Versprechungen einzuhalten.

Der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos schwor unterdessen seine Landsleute mit drastischen Worten auf die bitteren Beschlüsse ein: “Wenn wir unser Land retten und in der Eurozone und in Europa bleiben wollen, dann müssen wir tun, was wir zu tun haben.” Es bleibe nur die Wahl “zwischen der Demütigung eines stolzen Landes – oder einer noch größeren Demütigung, wenn wir der Illusion folgen, unser Gesicht mit Entscheidungen zu wahren, die noch viel höhere soziale Kosten hätten.”

Am Aktienmarkt drückte die griechische Tragödie unterdessen die Kurse. Der DAX verlor 1,4 Prozent auf 6.693 Punkte. An der Athener Börse gab es ein Minus von 4,6 Prozent. Auch der Euro gab nach und fiel unter die Marke von 1,32 US-Dollar

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Videobeweis: Klitschko applaudiert einem Straftäter – newsburger.de

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24.02.2012

Videobeweis Klitschko applaudiert einem Straftäter

Vitali Klitschko grinst und klatscht Beifall für eine soeben begangene Straftat.

Er ist reich und er ist berühmt. Er ist einer der erfolgreichsten Schwergewichts-Boxer aller Zeiten und ein Vorbild für Millionen Menschen auf der ganzen Welt und sein Name ist Vitali Klitschko. Am vergangenen Wochenende besiegte er den Briten Dereck Chisora in einem 12-Runden-Kampf und das trotz einer Verletzung am linken Arm. Klitschko ist tapfer, fleißig und ehrgeizig und Klitschko hat zwei Gesichter.

Wie ein aus Russland stammendes Video nun beweist, stehen die offiziellen Aussagen des Box-Weltmeisters Vitali Klitschko im deutlichen Widerspruch zu dem, was das neueste Skandal-Video zu Klitschko enthüllt.

Demnach zeigen die Aufnahmen, die während der Tumulte auf der Pressekonferenz vergangenen Samstag entstanden sind, einen breit grinsenden und erfreut applaudierenden Vitali Klitschko, der David Haye freundschaftlich die Hand reicht, kurz nachdem David Haye seinen Kontrahenten Dereck Chisora durch einen Faustschlag ins Gesicht niedergestreckt hatte.

David Haye, der seitdem von der Münchner Polizei und aktuelle auch von Interpol wegen schwerer Körperverletzung gesucht wird, wirkt in dem Video nicht besonders feindselig dem Klitschko-Lager gegenüber.

Auch Manager Bernd Bönte, der unmittelbar neben Vitali Klitschko steht, lässt keinerlei Empörung hinsichtlich der Schlägerei erkennen. Im Gegenteil: Bönte grinst ebenfalls und wirkt erheitert über das, was sich soeben vor seinen Augen abspielt.

Kommentar: Die Szene erinnert ein wenig an Ludwig den XIV, dessen Hofnarr gerade ein besonderes Kunststück vollbracht hat und für das der König dann applaudiert. Dieser Applaus des „Sonnenkönigs“ für seinen „Hofnarren“ war nicht weniger abscheulich wie das Verhalten von Chisora und Haye selbst.

Die Tatsache, dass der Boxweltmeister Vitali Klitschko – in diesem Video gut sichtbar – eine schwere Straftat mit Beifall belohnt, ist die eine Sache. Das womöglich aber Millionen Zuschauer schon jahrelang hinters Licht geführt wurden, ist die andere Seite des Vitali Klitschko, die im schlimmsten Fall auch seine Glaubwürdigkeit kostet.

Denn alles das, was der Box-Champion je über David Haye gesagt hat, verliert mit der Veröffentlichung dieses Videos nahezu vollständig an Bedeutung. Schlimmer noch, es negiert die öffentliche Wahrnehmung geradezu ins Gegenteil und legt den Verdacht nahe, dass die Feindschaft zwischen Haye und Klitschko nichts war als nur ein mittelprächtiges Schauspiel.

„So darfst du dich nicht benehmen, weder sportlich noch menschlich. Das ist noch tiefer als unterste Schublade“, sagte Klitschko zur Welt Online in Bezug auf das Verhalten von Dereck Chisora und David Haye und Klitschko betont ausdrücklich, dass alles das, was er empörender Weise über Chisora sagte, auch für David Haye gilt.

Eine klare Verurteilung also der Geschehnisse hinsichtlich der Prügelei auf der Pressekonferenz vom 19. Februar. Vitali´s Bruder Wladimir Klitschko veröffentlichte sogar einen offenen Brief, in welchem er nicht müde wird, sein Entsetzen und seine Empörung über die Geschehnisse des Kampftages zum Ausdruck zu bringen und man sollte meinen, dass Bruder Vitali genauso denkt.

Aber tut er das wirklich? Wie tickt Vitali Klitschko?

Wie kann man seine ganze Empörung so zur Schau stellen, wo man doch nur wenige Momente zuvor dem vermeintlichen Erzfeind David Haye für eine von ihm verübte Straftat applaudiert hat?

David Haye hat nicht etwa ein Kunststück vorgeführt oder einer kranken, alten Dame über die Straße geholfen, nein, er hat soeben einen Mann mit brutalster Gewalt niedergeschlagen und Chisora konnte nicht mehr aufhören zu schreien „He glassed me – He glassed me“ (er verletzte mich mit einer Flasche) und Klitschko applaudiert? Wie kann er so etwas denn tun? Wo ist seine Tugend und wo sein Feingefühl dem Menschen gegenüber, der da gerade verletzt wurde?

Was wäre, wenn Chisora unglücklich gefallen und nicht mehr aufgestanden wäre, wenn die Folgen schlimmer gewesen wären, hätte Klitschko dann auch applaudiert?

Es ist unbegreiflich und auch unverantwortlich sich vor einen Millionenpublikum stets tugendhaft und anständig zu präsentieren und dann eine Straftat wie diese zu beklatschen.

Und nicht nur das: Denn im Vorfeld des Eklat´s wetterte David Haye sowohl gegen Bönte als auch gegen Klitschko und das in schärfster Form. „Du bist raus, raus, raus“ reagiert Bönte prompt und jeder im Saal glaubte, dass die beiden sich spinnefeind sind. Wie also kann es dann sein, dass Haye nur Momente später zum Tisch der Klitschkos hingeht, als wäre nie etwas gewesen, als hätte er nie mit dem Klitschko-Lager Streit gehabt? Wie passt das denn zusammen? Wie kann man Feind und Freund gleichermaßen sein? So etwas gibt es doch nur im Theater, im Schauspiel, im Film, da wo die Feindschaft nur gespielt ist, so wie eine Fassade, die für die Augen der Öffentlichkeit bestimmt ist und hinter der sich die Realität.des Geschäftemachens verbirgt.

Dieses Video markiert einen Meilenstein. Es zeigt die bröckelnde Fassade eines „Jahrhundertmenschen“, wie Klitschko-Trainer Fritz Sdunek seinen Schützling kürzlich noch nannte. Vielleicht ist er ja auch ein Jahrhundert-Lügner, ein Jahrhundert-Heuchler und ein Schauspieler, der zum Broadway gehört, eine gute Show macht, das Publikum begeistert und seinem Ego frönt. Vielleicht ist das ja seine Aufgabe.

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