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Wahlurne Umfrage
Foto: Alexander Hauk / bayernnachrichten.de / gemeinfrei

Umfrage Wertschätzung für EU bei Jüngeren höher als ihre Wahlbereitschaft

Die Meinungen zum Thema Migration variieren stark.

Gütersloh – Die Mehrheit der jungen Europäer:innen steht der Europäischen Union positiv gegenüber. Laut einer neuen „eupinions“-Umfrage sind sie jedoch weniger geneigt, an der Europawahl teilzunehmen als ältere Menschen. Ihnen sind Bürgerrechte und der Kampf gegen den Klimawandel besonders wichtig.

Am Sonntag, dem 9. Juni, haben junge Menschen ab 16 Jahren in mehreren EU-Ländern zum ersten Mal das Recht, ihre Stimme bei der Europawahl abzugeben. Es wird erwartet, dass viele Erstwähler:innen diese Möglichkeit wahrnehmen werden. Dennoch scheint die Wahlbeteiligung junger Menschen in Europa insgesamt hinter der älteren Generation zurückzustehen. Dies zeigen neue Daten von „eupinions“, dem europäischen Meinungsforschungsinstrument der Bertelsmann Stiftung. EU-weit bekunden 59 Prozent der 16- bis 25-Jährigen die Absicht, ihre Stimme für das EU-Parlament abgeben zu wollen, während 24 Prozent noch unentschlossen sind. Bei den 26- bis 69-Jährigen planen 65 Prozent zu wählen, und 22 Prozent sind noch unentschieden.

Die überraschend geringe Motivation junger Menschen steht im Gegensatz zu ihrer grundsätzlich proeuropäischen Einstellung, die sie stärker als ältere Generationen vertreten. EU-weit würden 78 Prozent der 16- bis 25-Jährigen bei einem Referendum für den Verbleib in der EU stimmen, im Vergleich zu nur 65 Prozent der älteren Befragten. Zudem sind jüngere Befragte offenbar zufriedener mit der Funktionsweise der Demokratie in der Europäischen Union, mit 69 Prozent gegenüber 55 Prozent bei den Älteren.

„Viele junge Menschen nehmen die EU für selbstverständlich, unterschätzen aber auch ihren eigenen Gestaltungsspielraum. Damit ihre Prioritäten in der EU-Politik eine Rolle spielen, ist es entscheidend, dass sie sich einbringen – indem sie wählen, an Abgeordnete schreiben und sich in Parteien und der Zivilgesellschaft engagieren“, erklären Anne Meisiek und Etienne Höra, Projektmanager:innen bei der Bertelsmann Stiftung.

In Deutschland zeichnet sich vor der Europawahl keine ausgeprägte Protesthaltung unter jungen Menschen ab. Gefragt nach ihren Beweggründen für die Stimmabgabe, möchten nur 23 Prozent ihre Unzufriedenheit mit der aktuellen Politik zum Ausdruck bringen. Im Vergleich dazu sehen sich 30 Prozent der 26- bis 69-Jährigen als Protestwähler. Sowohl für jüngere als auch für ältere Wähler ist die größte Motivation, die politische Partei zu unterstützen, mit der sie sich identifizieren – dies geben jeweils 50 Prozent der Befragten an.

Auffällig ist, dass junge Menschen bestimmte Politikbereiche als wichtiger erachten. Beide Altersgruppen betrachten es als vorrangige Aufgabe der EU, den Frieden zu wahren (jeweils etwa 60 Prozent). Doch bei anderen Themen gibt es deutliche Unterschiede. Junge Europäer legen wesentlich mehr Wert auf den Schutz der Bürgerrechte und die Bekämpfung des Klimawandels. Besonders unterschiedlich sind die Ansichten zum Thema Migration: Fast die Hälfte der älteren Befragten erwartet von der EU eine bessere Steuerung der Zuwanderung, während dies für nur etwa ein Viertel der jungen Menschen von zentraler Bedeutung ist.

05.06.2024 - newsburger.de

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