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Thilo Sarrazin

© Richard Hebstreit / CC BY 2.0

02.08.2013

Sarrazin Politik leugnet Integrationsprobleme

Politiker neigen generell dazu Probleme zu leugnen.

Berlin – Berlins Ex-Finanzsenator Thilo Sarrazin wertet die nun öffentlich gewordenen „Türken-Pläne“ des ehemaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl (CDU) als Beleg dafür, dass die Politik das Problem integrationsunwilliger Muslime auch heute noch weitgehend ignoriert.

Kohl werde sich wohl etwas dabei gedacht haben, als er sich Anfang der 1980er-Jahre nicht in der Öffentlichkeit, sondern im vertraulichen Gespräch mit der britischen Premierministerin Margaret Thatcher zu dem Thema geäußert habe. Denn: „Heute sind die Integrationsprobleme eines großen Teils der muslimischen Migranten in Europa zwar in aller Munde, werden aber von der Politik gerne weiter öffentlich geleugnet oder verniedlicht“, sagte Sarrazin „Handelsblatt-Online„.

„Politiker neigen eben generell dazu, Probleme, die sie nicht lösen können, zu leugnen und jene zu beschimpfen, die sie benennen“, sagte Sarrazin weiter. „Bildet man einen Index der Leugnungs-Intensität, so müssen die Probleme in der Tat groß sein.“

Hintergrund ist ein geheimes Protokoll eines Gesprächs zwischen Kohl und der britischen Regierungschefin Margaret Thatcher vom 28. Oktober 1982. Das Papier unterliegt nach Ablauf einer 30-jährigen Frist nicht mehr der Geheimhaltung und kann nun eingesehen werden. In dem Dokument heißt es: „Kanzler Kohl sagte, (…) über die nächsten vier Jahre werde es notwendig sein, die Zahl der Türken um 50 Prozent zu reduzieren – aber er könne dies noch nicht öffentlich sagen.“

Seine Überlegungen begründete er damit, dass er es für unmöglich halte, „die Türken in ihrer gegenwärtigen Zahl zu assimilieren“. Deutschland habe kein Problem mit Portugiesen, Italienern, „selbst den Südostasiaten“, da diese sich gut integrierten. „Aber die Türken kämen aus einer sehr andersartigen Kultur.“

Sarrazin verwies mit Blick auf die Integrationsproblematik auf die Ausführungen dazu in seinem Buch „Deutschland schafft sich ab„. Im Kapitel „Zuwanderung und Migration“ regt er beispielsweise die „aktive Integration“ insbesondere islamischer Migranten an, die auch eine sprachliche und kulturelle Anpassung mit einbezieht. Weigerung zur Eigeninitiative sollten aus Sarrazins Sicht bei deutschen Staatsangehörigen wie bei Migranten Sanktionen zur Folge haben, um den gesellschaftlichen Verfall aufzuhalten.

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