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Wahlurne

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15.09.2013

Demoskopie SPD kritisiert Umfrageinstitute

„Mit Umfragen darf keine Politik gemacht werden.“

Berlin – Angesichts der zunehmenden Bedeutung von Umfragen warnt die SPD vor einem zu großen Einfluss der Demoskopie: „Wir müssen aufpassen, dass wir nicht zu einer Umfragedemokratie werden“, sagte SPD-Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann der „Welt am Sonntag“. In Wahlkampfzeiten werde die öffentliche Meinung stark von Umfragen geprägt. Aber, so Oppermann: „Mit Umfragen darf keine Politik gemacht werden.“

Die FDP kritisierte die Entscheidung des ZDF, erstmals noch drei Tage vor der Wahl eine Umfrage zu veröffentlichen. „Ich finde diese Entscheidung sehr unglücklich“, sagte FDP-Generalsekretär Patrick Döring der „Welt am Sonntag“. „Denn es ist zu befürchten, dass die Veröffentlichung mehr Beeinflussung als Berichterstattung ist. Mit Umfragen darf keine Stimmung gemacht werden.“

Ein Verbot von Last-Minute-Umfragen wie in einigen anderen Ländern üblich hält Döring trotzdem für falsch. Auch bei der Union sieht man in dieser Hinsicht „keinen Handlungsbedarf“. „Umfragen sind für die Bürgerinnen und Bürger das, was sie auch für die Parteien sind: Ein Einblick in die Stimmungslage der Menschen. Sie spiegeln die Meinung der Bevölkerung wider und sind damit Ausdruck des Grundsatzes der Meinungsfreiheit“, sagte CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe.

Bernd Lucke, Spitzenkandidat der Alternative für Deutschland, kritisierte die Umfrageergebnisse bezüglich seiner Partei: „Die Prognosen von drei Prozent decken sich überhaupt nicht mit den Eindrücken, die wir an den Wahlkampfständen erhalten.“ Er rechne „mit deutlich mehr als fünf Prozent, vielleicht auch nahe am zweistelligen Bereich“, sagte Lucke der „Welt am Sonntag“.

Der Kommunikationswissenschaftler Frank Brettschneider von der Universität Hohenheim, der seit Jahren über die Wirkung von Umfragen forscht, hält einen Einzug der AfD ins Parlament für möglich: „Wir wissen wenig über sie und haben keine Ahnung, wie groß die Bekenntnisbereitschaft von Wählern gegenüber Umfrageinstituten ist“, sagte Brettschneider der „Welt am Sonntag“. Da die Partei zum Teil „stigmatisiert“ sei, könne es sein, dass sich Wähler bei Umfragen nicht zu ihr bekennen.

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