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Bernd Lucke

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04.06.2015

AfD Lucke-Unterstützer machen gegen rechten Flügel mobil

„Mit Sicherheit werden wir unsere bisherige vornehme Zurückhaltung ablegen.“

Berlin – Vor dem in wenigen Wochen geplanten entscheidenden Bundesparteitag startet der wirtschaftsliberale Flügel um den Chef der Alternative für Deutschland (AfD), Bernd Lucke, eine Kampagne gegen dessen Rivalin im Kampf um die künftige Parteiführung, Frauke Petry.

„Wir werden eine Bewertung der uns bekannten Bewerber und mit Sicherheit auch eine Empfehlung abgeben, nachdem Frauke Petry eine Einigung verweigert“, sagte die Vorsitzende von Luckes Verein „Weckruf 2015“, Ulrike Trebesius, dem „Handelsblatt“. „Inhaltlich werden wir deutlich machen, wen wir für geeignet halten und wen nicht“, fügte die Europaabgeordnete hinzu.

„Mit Sicherheit werden wir unsere bisherige vornehme Zurückhaltung ablegen und nicht weiter tatenlos zusehen, wie Herr Gauland, Frau Petry und Herr Pretzell und andere versuchen, Bernd Lucke zu beschädigen.“ Sie gehe derzeit davon aus, dass Petry beim Parteitag gegen Lucke antreten werde.

Grundsätzlich kämen für Führungsposten alle Kandidaten in Frage, „die kompetent sind, genügend Zeit mitbringen und sich zu den bestehenden Leitlinien der AfD bekennen“, betonte Trebesius. Eine Wahlempfehlung für Kandidaten, die derzeit alles tun, um die Partei „verantwortungslos an die Wand zu fahren“, könne sie sich aber nicht vorstellen.

Neben der sächsischen Landes- und Fraktionschefin Petry werden auch die Landeschefs Alexander Gauland (Brandenburg) und Marcus Pretzell (Nordrhein-Westfalen) dem nationalkonservativen Parteiflügel zugerechnet. Um diese Gruppe zu isolieren hatte Lucke und weitere Vertreter des liberal-konservativen Flügels kürzlich den Verein „Weckruf 2015“ gegründet. Dem Vernehmen nach schlossen sich der Initiative inzwischen etwa 3.200 der insgesamt rund 21.000 Parteimitglieder an.

Trebesius, die auch Vorsitzende der AfD in Schleswig-Holstein ist, geht davon aus, dass eine hohe Zahl an „Weckruf“-Mitglieder am Parteitag teilnehmen wird. „Wir gehen von einem hohen Mobilisierungsgrad aus“, sagte sie. Die Motivation sei, die Partei vor dem Abdriften nach rechts zu bewahren und sie damit zu retten. Sie sei „optimistisch, dass sich die Weckruf-Linie beim Parteitag durchsetzt“. „Auch viele AfD-Mitglieder, die dem Weckruf nicht beigetreten sind, unterstützen uns inhaltlich“, fügte sie hinzu.

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