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Bundeswehrsoldaten
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Bundeswehr Auch das Heer meldet diverse Materialprobleme

„Nur wenn wir nachbohren, erfahren wir was.“

Berlin – Die Materialprobleme der Bundeswehr gehen offenbar weit über die in den vergangenen Tagen bekannt gewordenen Ausfälle der Marinehubschrauber hinaus: Auch das Heer habe diverse Probleme gemeldet, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ (Donnerstagaausgabe).

Demnach legte die Führung der Streitkräfte am Mittwoch in einer Sitzung des Verteidigungsausschusses dar, wie es um die Ausrüstung der Armee bestellt ist. Dabei hätten sich Zustände offenbart, die von den Abgeordneten als teilweise erschreckend empfunden worden seien.

Generalinspekteur Volker Wieker habe den Verteidigungspolitikern hinter verschlossenen Türen eine eigens für diese Sitzung angefertigte Liste mit der Überschrift „Materielle Einsatzbereitschaft der Streitkräfte“ vorgelegt. So stünden dem Heer von 180 gepanzerten Transportfahrzeugen vom Typ Boxer lediglich 70 für Ausbildung, Übungen oder Einsätze zur Verfügung, während sich 110 in der Instandsetzung befänden. Das Waffensystem sei „nicht versorgungsreif“, heißt es der SZ zufolge, was bedeute, dass es unter anderem an Ersatzteilen fehlt.

Ähnlich schlecht sehe es bei den Hubschraubern des Heeres aus: So stünden von den 31 Exemplaren des Kampfhubschraubers Tiger im Buchbestand lediglich zehn zur Verfügung. Beim Hubschrauber NH 90 seien es acht von 33. Auch diese Waffensysteme seien als „nicht versorgungsreif“ gekennzeichnet.

Die Abgeordneten zeigten sich der SZ zufolge irritiert. So werde der SPD-Verteidigungsfachmann Rainer Arnold mit den Worten zitiert: „Nur wenn wir nachbohren, erfahren wir was.“ Das „Schaufenster Bundeswehr“ passe nicht zur Realität. Die SPD wolle die Fehler der schwarz-gelben Vorgängerregierung „nicht weiter verantworten“. Die Reform der Bundeswehr sei „Teil des Problems“.

Generalinspekteur Wieker habe in der Sitzung eingestanden, dass er die Abgeordneten schon in der vergangenen Woche statt erst zu Beginn dieser Woche über die Probleme beim Sea Lynx hätte informieren sollen. Nachdem er im Sommer von den Problemen erfahren habe, sei man jedoch zunächst davon ausgegangen, dass sie sich bald lösen lassen würden. Er habe hier „keine Tangoschritte vor und zurück machen“ wollen.

Zur Gesamtlage sagte Wieker laut Teilnehmern: „Dieser Zustand wird uns noch einige Jahre so erhalten bleiben.“

24.09.2014 © dts Nachrichtenagentur / newsburger.de

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