Nachrichten und Schlagzeilen aus aller Welt - Politik - newsburger.de

Bernd Lucke

© über dts Nachrichtenagentur

10.05.2015

Rechte Tendenzen Jüdischer Verband greift AfD-Spitze an

Die Rechtslastigkeit der AfD sei längst keine Hypothese mehr.

Berlin – Vor dem Hintergrund rechter Umtriebe in einzelnen Landesverbänden der Alternative für Deutschland (AfD) hat das „American Jewish Committee“ (AJC) die Parteispitze scharf angegriffen. Der Direktor des AJC-Europabüros in Brüssel, Stephan Kramer, nahm dabei Bezug auf die AfD-Landeschefs Björn Höcke (Thüringen) und André Poggenburg (Sachsen-Anhalt), berichtet das „Handelsblatt“ (Onlineausgabe).

Poggenburg hatte die umstrittenen Äußerungen Höckes zur NPD verteidigt und zugleich Partei für einzelne Mitglieder der rechtsextremistischen Partei ergriffen. Höcke hatte der „Thüringer Allgemeinen“ gesagt: „Ich gehe nicht davon aus, dass man jedes einzelne NPD-Mitglied als extremistisch einstufen kann. Das würde in der Beurteilung etwas zu weit gehen.“ AfD-Bundeschef Bernd Lucke hatte daraufhin der Rücktritt und Parteiaustritt Höckes gefordert.

Kramer sagte dazu dem „Handelsblatt“ (Online-Ausgabe): „Da bei näherer Betrachtung bei allen führenden Persönlichkeiten der AfD, Bernd Lucke, Hans-Olaf Henkel und Beatrix von Storch, eine deutliche Affinität zu den Kernbeständen rechtspopulistischer Stilmittel und Propaganda erkennbar ist, sind solche Rücktritts- und Parteiaustrittsforderungen, wie jetzt von Bernd Lucke gegen Höcke gefordert, reine Nebelkerzen, die kurzfristig für Ruhe und vom wahren Charakter der AfD ablenken sollen.“

Die Rechtslastigkeit der AfD sei längst keine Hypothese mehr, betonte Kramer. Daran ändere auch die Kontroverse zwischen Lucke und Höcke nichts. „Anstatt sich selbstkritisch mit rechten Tendenzen auseinanderzusetzen, werden fast ausschließlich die Kritiker und die Medien verurteilt“, sagte der AJC-Direktor. „Kontroversen zwischen Führungsspitze und Landesgruppen werden regelmäßig inszeniert, um von der Rechtslastigkeit kurzzeitig abzulenken.“

Nach allen Erkenntnissen müsse die AfD allerdings längst als „neue Partei des politischen rechten oder sogar rechtspopulistischen Lagers“ eingeschätzt werden. Gleichzeitig stelle die AfD für Parteien wie „Die Freiheit“, „Die Republikaner“ oder die „Pro“-Parteien eine „ernstzunehmende Konkurrenz“ bei Wahlen dar, sagte Kramer weiter. „Besonders in Ostdeutschland sind seitens der NPD Befürchtungen zu erkennen, durch die AfD massiv Wählerstimmen zu verlieren.“

Inhaltlich bestünden „große Schnittmengen“ zwischen den genannten Parteien hinsichtlich der Euro- und EU-feindlichen Ausrichtung mit nationalistischer Grundeinstellung. Zudem habe die AfD eine große Zahl an Mitgliedern aus Parteien des rechten Randes bereits übernommen und integriert. „Es wird ein enger Austausch mit neurechten Kreisen gesucht und gepflegt“, so Kramer.

Weitere interessante Artikel

Unterstützen durch teilen: Sie können unsere Arbeit ganz einfach unterstützen indem Sie diesen Artikel auf einer der folgenden Social Media Plattformen teilen. Jeder geteilte Artikel hilft uns. Dankeschön!
Google+

© dts Nachrichtenagentur / newsburger.de

URL zum Artikel: newsburger.de/rechte-tendenzen-juedischer-verband-greift-afd-spitze-an-83390.html

Weitere Nachrichten

Peter Weiß CDU 2014

© Foto-AG Gymnasium Melle / CC BY 3.0

CDU Arbeitnehmer-Flügel für Rentenniveau von rund 44% ab 2030

Der Arbeitnehmer-Flügel der Unionsfraktion plädiert für eine dauerhafte Untergrenze beim Rentenniveau von rund 44 Prozent nach 2030. "Das Rentenniveau, das ...

Anton Hofreiter Grüne

© stephan-roehl.de / CC BY-SA 2.0

Grüne Hofreiters Freundin entscheidet über Haarlänge mit

Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter würde auch als Ministerkandidat an der Länge seiner Haare nichts verändern. "Solange meine Freundin nicht sagt: 'ab ...

Alexander Graf Lambsdorff

© Foto-AG Gymnasium Melle / CC BY-SA 3.0

FDP Graf Lambsdorff fordert in Ceta-Debatte Stärkung der EU

Als Lehre aus der Ceta-Debatte hat der Vizepräsident des EU-Parlaments, Alexander Graf Lambsdorff (FDP), eine Stärkung der EU gefordert. Brüssel müsse ...

Weitere Schlagzeilen