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22.07.2010

Probleme mit Klimaanlagen bei Bahn seit 2008 bekannt

Berlin – Die Klimaanlagen im ICE 2 sind schon vor Jahren reihenweise ausgefallen. Das belegen interne Wartungsprotokolle die der „Frankfurter Rundschau“ vorliegen. Der Ausfall von Klimaanlagen sei keinesfalls so selten, wie es der Konzern zunächst darstellte, schreibt die Zeitung. Seit Jahren sind diese Risiken intern bekannt. Laut den Protokollen gab es zum Beispiel bereits im Sommer 2008 massive Mängel bei der Kühlung der 44 Züge der ICE 2-Flotte. Am 1., 3., 4. und 5. August waren demnach je sieben Klimaanlagen defekt, am 2. August kühlten sechs Anlagen nicht.

Das interne Informationsblatt „P.T-O-B 62“ listet zudem die Mängel der vorigen Sommermonate auf. Im Juli 2008 funktionierten demnach im Schnitt drei Anlagen nicht, im Juni fielen im Schnitt vier Anlagen aus. Schon damals mussten also bereits viele Fahrgäste schwitzen. Das Dauerproblem mit den Klimaanlagen bestätigen auch anonyme Aussagen von Zugbegleitern. Ein Schaffner meldete demnach innerhalb eines Jahres allein 30 defekte Klimaanlagen in seinen Zügen weiter. Trotzdem wurden die Anlagen nicht ersetzt, sondern immer wieder repariert.

Auch andere technische Mängel, die den Komfort beeinträchtigen und teilweise auch die Sicherheit, nahm die Bahn über Monate hinweg offenkundig billigend in Kauf. Das Protokoll listet zum Beispiel für den 5. August 2008 insgesamt 24 „gestörte WC“, vier abgeschaltete Bremsen und fünf „gestörte Bugklappen“ auf. Im Juli 2008 fielen in den 44 ICE 2-Zügen im Schnitt pro Tag elf Toiletten aus, im Juni zehn.

Streng vertrauliche Unterlagen des Aufsichtsrats, die der Frankfurter Rundschau ebenfalls vorliegen, beweisen, dass der Staatskonzern zwischen 2003 und 2005 bei der Wartung der ICE, Loks und Reisezüge massiv sparte. Achsen wurden beim ICE statt nach 4400 Kilometer nur noch alle 8000 Kilometer kontrolliert. Die Inspektion wurde zudem erst nach 144.000 Kilometern statt nach 72.000 durchgeführt und die Generalüberholung erst nach 1,65 Millionen statt 1,4 Millionen Kilometern. Die Voraussetzungen für die Einsparungen seien „grundlegend umgesetzt“, heißt es positiv in den damaligen Unterlagen des Aufsichtsrats.

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