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Integrationsprogramm empfiehlt mehr Migranten als Lehrer

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07.09.2010

Integrationsprogramm empfiehlt mehr Migranten als Lehrer

Berlin – Die Bundesregierung wünscht sich offenbar mehr Lehrer mit Migrationshintergrund an den Schulen. Das empfiehlt jedenfalls das „Bundesweite Integrationsprogramm“, das vom Kabinett am Mittwoch beschlossen werden soll. Solche Lehrer würden die Vielfalt in der Schule bewusst machen und dazu beitragen, „Chancen aufzudecken, die in dieser Vielfalt liegen“, heißt es in dem der Tageszeitung „Die Welt“ vorliegenden Programm. Derzeit würden sich nur sechs Prozent aller Studenten mit Migrationshintergrund für ein Lehramtsstudium entscheiden. Bei den Deutschen seien es doppelt so viele.

In dem 197 Seiten starken Programm des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, das Innenminister Thomas de Maizière (CDU) in Berlin vorstellen will, wird Bildung als Schlüssel zur Integration dargestellt. Das wird mit Zahlen belegt: Demnach befindet sich gut ein Viertel der 15,6 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund im „bildungsrelevanten Alter“ unter 25 Jahren. In den westdeutschen Großstädten haben bis zu 40 Prozent der Kinder und Jugendlichen einen solchen Hintergrund. Rund 3,4 Millionen von ihnen besuchen allgemeinbildende oder berufsbildende Schulen.

Gefordert wird, die Sprachförderung im Deutschen möglichst früh zu beginnen. Angebote zur sprachlichen Bildung in Kitas und Schulen sollten eng miteinander abgestimmt sein, etwa beim Förderunterricht und der Hausaufgabenhilfe. „Experten gehen von einer Förderdauer von rund sechs Jahren aus, bis Kinder, die in zwei Sprachen leben, dem Unterricht in ihrer Zweitsprache genauso folgen können wie einsprachige Kinder“, heißt es in dem Programm. Die Bundesländer sollten ihre Erfahrungen aus Kitas und Schulen evaluieren und Standards entwickeln, an denen sich die Einrichtungen und pädagogischen Fachkräfte orientieren können. Vorgeschlagen werden ein „Leitfaden“ und ein „bundesweites Portal“ mit Beispielen guter Praxis.

Die Koalition will die sogenannten Integrationskurse, die aus einem Sprach- und einem Orientierungskurs bestehen, optimieren und „einen stärkeren Bezug zum Arbeitsmarkt“ herstellen. Der Orientierungskurs soll künftig 60 statt bisher 45 Stunden umfassen, damit die Teilnehmer die Chance erhalten, „mehr über die Funktionsweise des demokratischen Rechtsstaates zu erfahren“. Die Orientierungskurse haben bereits das Ziel, Grundkenntnisse der deutschen Rechtsordnung, Geschichte und Kultur zu vermitteln.

Das Programm wurde lange vorbereitet. Der Auftrag für ein bundesweites Integrationsprogramm geht noch auf die Empfehlungen der Zuwanderungskommission von 2001 zurück, die die frühere Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth (CDU) geleitet hatte.

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