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20.11.2010

Innenminister nennt mögliche Anschlagsziele in Deutschland

Hamburg – Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat den Innenministern der Länder mögliche Anschlagsziele in Deutschland benannt. Wie das Nachrichtenmagazin „Focus“ berichtet, erklärte de Maizière beim traditionellen vertraulichen „Kamingespräch“ mit seinen Länderkollegen am vergangenen Donnerstag in Hamburg mit Anschlägen sei am ehesten „in Berlin, Hamburg, München, im Rhein-Main-Gebiet und im Raum Köln/Bonn“ zu rechnen.

Laut „Focus“ beteiligt sich die Eliteeinheit GSG 9 aktiv am Anti-Terrorkampf. Beamte observierten Wohnungen in Hessen und Nordrhein-Westfalen, die potenziellen Terroristen als Unterschlupf dienen könnten. Die deutschen Sicherheitsbehörden haben „Focus“ zufolge eine Art Rasterfahndung eingeleitet, um die Einreise eines mutmaßlichen Terror-Kommandos nach Deutschland zu verhindern. Überprüft nach Verdächtigen werden alle Visa, die in den vergangenen Monaten in den Ländern Indien, Pakistan und den Vereinigten Arabischen Emiraten erteilt worden waren.

Hintergrund sind laut „Focus“ Geheimdiensthinweise, wonach die Gruppe in einem der Länder mit Schengen-Visa und vermutlich auch mit falschen Pässen ausgestattet worden sein soll. Der in einem pakistanischen Lager ausgebildeten Gruppe sollen zwei Pakistaner, zwei Inder sowie möglicherweise ein Deutsch-Syrer und ein Deutsch-Marokkaner angehören.

Das Bundeskriminalamt (BKA) hält es laut „Focus“ für möglich, dass die Terrororganisation al-Qaida für einen Anschlag in Deutschland ein Team formiert, das aus Angehörigen mehrerer Staaten Europas besteht. Aus Sicht der Terroristen wäre es „überlegenswert, Anschläge auch von kurzfristig aus anderen europäischen Ländern des Schengenraums eingereisten Personengruppen durchführen zu lassen“, heißt es in einer aktuellen vertraulichen Analyse des BKA.

Aber auch der Weg von Deutschland ins europäische Ausland sei denkbar. „Den schengenweiten Reisebewegungen“ von in Terrorlagern ausgebildeten Islamisten komme deshalb eine „besondere Bedeutung“ zu. Laut BKA-Einschätzung plant al-Qaida, den gesamten Schengenraum „zur längerfristigen Etablierung loyaler und gewaltbereiter Zellen“ zu nutzen.

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