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12.04.2014

"Heartbleed"-Leck Netzpolitiker fordern Reaktionen

Gesetzliche Schritte seien bereits in Vorbereitung.

Berlin – Führende Netzpolitiker aus Koalition und Opposition haben politische Konsequenzen aus der Entdeckung des Sicherheitslecks „Heartbleed“ gefordert. Dass „Heartbleed“ sich in die Reihe mehrerer Sicherheitslücken der jüngsten Zeit einreiht, zeige politischen Handlungsbedarf, sagte der netzpolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Bundestag, Lars Klingbeil, der „Frankfurter Rundschau“ (Samstag). „Die Politik muss sich um die Verbesserung von IT-Sicherheit, Aufklärung und Vorbeugung bemühen“, forderte er. Dazu seien bereits gesetzliche Schritte in Vorbereitung, etwa die Verabschiedung eines IT-Sicherheitsgesetzes, so Klingbeil.

Außerdem müsse etwa das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) gestärkt werden – und zwar auch personell. Zwar verfüge das BSI bereits über viel Kompetenz und Know-how, um schnell auf aufgedeckte Sicherheitslecks reagieren zu können. „Darüber hinaus brauchen wir aber auch noch mehr Aufklärung und Information für die Bürger und die Unternehmen in Deutschland“, sagte Klingbeil der „Frankfurter Rundschau“.

Um die IT-Sicherheit generell zu stärken, müssten Deutschland und Europa zudem im Bereich der IT-Infrastruktur unabhängiger von ausländischen Unternehmen werden. „Hier sollten die deutschen und europäischen Unternehmen gestärkt werden, eigene Wege zu gehen“, betonte der SPD-Politiker. Dafür müsse die hiesige Forschung und Entwicklung auch durch die deutsche Politik unterstützt werden. Deutschland müsse sich darüber hinaus stärker in internationalen Standardisierungsgremien engagieren, forderte Klingbeil.

Die Opposition sieht den Verweis auf das BSI skeptisch. „Es wäre naiv zu glauben, eine Behörde wie das BSI könne die Sicherheitskontrolle ganze Quellcodes von Programmen wie Open-SSL übernehmen“, sagte der innen- und netzpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Konstantin von Notz, der „Frankfurter Rundschau“.

Gleichzeitig zeige der Fall „Heartbleed“, welche weltweiten massiven Folgen ein winziges fehlerhaftes Stück Programmcode anrichten kann. „Wir brauchen deshalb eine Diskussion über die Qualitätssicherung bei solchen Standards. Ganz besonders wenn diese kritische Infrastrukturen betreffen“, sagte von Notz der „Frankfurter Rundschau“.

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