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Andrea Nahles

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23.06.2013

SPD Nahles verlangt von Partei mehr Pflichtbewusstsein

„Lasst es uns alle volle Pulle durchziehen.“

Berlin – SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles hat ihre eigene Partei drei Monate vor der Bundestagswahl dazu aufgerufen, mehr Pflichtbewusstsein zu zeigen. Nahles nannte in der „Welt“ die Äußerungen von Gertrud Steinbrück, der Ehefrau des SPD-Kanzlerkandidaten, vor einer Woche auf dem SPD-Parteikonvent „ehrlich und preußisch“. Nahles fügte hinzu: „Dieses preußische Pflichtgefühl wünsche ich mir von allen in der Partei. In meinen Worten: Lasst es uns alle volle Pulle durchziehen.“

Den emotionalen Auftritt von SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück am vergangenen Sonntag nannte Nahles „imponierend“. Als Steinbrück die Worte fehlten, habe sie zunächst vermutet, „das Mikrofon sei ausgefallen, da ich ja hinter seinem Rücken saß. Diese Sorge schlug aber in Sekundenbruchteilen um: Peer Steinbrücks Reaktion hat mich ergriffen. Ich kenne ihn lange und gut. Er war immer der Norddeutsche, stark, und kantig. In diesem Moment spürte ich große Nähe zu ihm. Sein Mut, Gefühle offen zuzulassen, imponiert mir.“

Mit Blick auf die am vorigen Wochenende öffentlich gewordenen Querelen zwischen Steinbrück und SPD-Chef Sigmar Gabriel sagte Nahles: „Der öffentliche Dissens hat viele irritiert. Aber die Sache war menschlich – das kommt in den besten Familien vor – und ist nun Vergangenheit. Wir greifen jetzt wieder den politischen Gegner an.“ Gabriel und Steinbrück hätten „sich nach dem Gewitter ausgesprochen. Damit ist es jetzt aus der Welt.“

Nahles begrüßte die Äußerung Steinbrücks, wenn die Bundestagswahl schief gehe, seien „wir alle dran“. Nahles sagte: „Peer Steinbrück hat doch Recht. Niemand kann sich aus dieser Kampagne verabschieden. Wir sind alle im Geschirr, um Herbert Wehner zu zitieren.“ Zu der Frage, ob sie von Steinbrücks öffentlichen Hilferuf vor einer Woche gewusst habe, antwortete Nahles ausweichend. „Ich habe keine Lust auf diese Vergangenheitsbewältigung“, sagte sie.

Ähnlich zurückhaltend reagierte Nahles, konfrontiert mit Gerüchten, wonach Ralf Stegner, der schleswig-holsteinische SPD-Chef, nach der Bundestagswahl SPD-Generalsekretär werden will. Auf die Frage, ob sie mit Stegner darüber schon gesprochen habe, sagte Nahles. „Wir sehen uns regelmäßig in unseren Sitzungen.“ Sie wolle „meinen Job machen und habe wenig Zeit für solche Spekulationen. Ich kämpfe. Auch morgens gegen die Augenringe.“

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