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06.02.2014

Nord-Süd-Trasse Politiker wollen auf Bedenken der Bürger eingehen

Allerdings seien solche Großvorhaben nicht konfliktfrei machbar.

Berlin – Politiker werben dafür, auf die Bedenken der Bürger bei der neuen Nord-Süd-Trasse einzugehen. Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) fordert eine stärkere Erdverkabelung: „Die Erdkabel sind zwar erst mal teurer“, sagte er der „Welt“. „Aber wenn die Realisierung der Trasse durch ihren Einsatz beschleunigt werden kann, gleicht das die Mehrkosten aus.“ Daher müssten mehr Erdkabel eingesetzt werden, fordert Wenzel.

Den vielfachen Bedenken der Bürger Rechnung zu tragen fordert auch Peter Ramsuaer (CSU), Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses des Bundestags. „Solche strategischen Überlandtrassen sind für das Gelingen der Energiewende unumgänglich“, sagte Ramsauer. Allerdings seien solche Großvorhaben nicht konfliktfrei machbar. „Die Politik muss alle Anstrengungen unternehmen, die Zustimmung der Bürger und Kommunen zu gewinnen.“

Joachim Pfeiffer, wirtschaftspolitischer Sprecher der Unionsbundestagsfraktion, sagte: „Es ist verständlich, dass viele Menschen sich nun fragen, ob ihre Umgebung von den Leitungstrassen betroffen sein wird. Diese Sorgen müssen wir ernst nehmen.“ Pfeiffer forderte allerdings auch eine Versachlichung der Diskussion: „Es passt nicht zusammen, wenn man die Energiewende predigt und in seiner unmittelbaren Nachbarschaft 150 Meter hohe Windräder akzeptiert, gleichzeitig aber die 60 Meter hohe Stromleitung bekämpft, die den erzeugten Strom abtransportieren soll.“

Stephan Kohler, Geschäftsführer der Deutschen Energie-Agentur, sagte ebenfalls: „Man kann nicht für Fotovoltaik und Windenergie sein und gleichzeitig nicht die nötige Infrastruktur akzeptieren.“

In der CSU regt sich derweil Widerstand gegen den Vorschlag von Parteichef Horst Seehofer, große Stromnetz-Ausbauprojekte auf Eis zu legen. Ex-CSU-Chef Erwin Huber, Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses im Bayerischen Landtag, sagte der „Welt“: „Die Unternehmen wollen nur das umsetzen, was im Bundesgesetz steht. Ich rate den Firmen dazu, sich mit der Staatsregierung eng abzustimmen“, so Huber. „Allerdings bin ich der Meinung, dass wir die Leitungen auch nach der EEG-Reform brauchen. Bayern hat keine Chance, seine Energie-Autarkie aufrechtzuerhalten“, sagte Huber.

Seehofers Staatskanzleiministerin Christine Haderthauer (CSU) hatte diese Woche ein Moratorium für die Stromtrasse gefordert, da sich mit der Reform des Gesetzes über die erneuerbaren Energien die Geschäftsgrundlage ändere.

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