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30.08.2015

Grüne Werbung für ungesunde Lebensmittel für Kinder verbieten

„Ernährung ist die neue soziale Frage.“

Berlin – Die Grünen wollen Kinder vor ungesunden Lebensmitteln schützen und entsprechende Werbung verbieten. Die Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Verbraucherschutz Renate Künast forderte in der „Welt am Sonntag“, „endlich keine Lebensmittelwerbung mehr an Kinder unter zwölf Jahren zu richten, wenn die Produkte nicht den Kriterien der Weltgesundheitsorganisation für ausgewogene Ernährung entsprechen“. Weil die Branche ihre freiwillige Selbstverpflichtung kaum einhalte, müsse nun der Ernährungsminister gesetzliche Regelungen treffen.

Unterstützung für ihre Forderungen erhält Künast vom SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach. „Werbung, die gezielt Kinder anspricht, muss verboten werden“, sagte Lauterbach der „Welt am Sonntag“. Es sei jetzt Aufgabe der Politik, der Lebensmittelindustrie Grenzen zu setzen. Seine Fraktion würde einen entsprechenden Vorstoß des Ernährungsministers unterstützen.

Es sei erwiesen, dass falsche Ernährung bei Kindern zu bleibenden gesundheitlichen Schäden führen könnte. „Ernährung ist die neue soziale Frage“, sagte Künast. Wer sich falsch ernähre, werde zu dick. Wer zu dick sei, werde häufiger krank. Wenn schon Kinder unter Übergewicht litten, würden sie oft ausgrenzt, hätten weniger Freunde – und insgesamt einen schlechteren Start ins Leben.

Als größtes Ernährungsübel prangert Künast dabei den Zucker an: „Zucker ist der neue Tabak.“ Rauchen und Zuckerkonsum hätten „in ihrer Dimension etwas Epidemiehaftes und fatale Folgen für die Gesundheit.“

Ernährungsminister Christan Schmidt (CSU) wandte sich gegen neue gesetzliche Regelungen. „Verbote von Lebensmitteln oder Werbeverbote sind der falsche Weg, um einen gesunden Lebensstil und eine ausgewogene Ernährung von Kindern und Jugendlichen zu fördern“, sagte er der „Welt am Sonntag“.

„Ich will den Teller und die Schultüte nicht mit Gesetzen vollpacken“, fügte er hinzu. Ein gesunder Lebensstil werde nachhaltig mit Bildung und Wissen gefördert. Eltern, Schulen und KiTas, Wirtschaft und Handel trügen hier eine Verantwortung.

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