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29.06.2017

CDU Von Beust begrüßt Abstimmung zur „Ehe für alle“

„Ja, ich freue mich.“

Berlin – Der CDU-Politiker Ole von Beust begrüßt die für Freitag vorgesehene Abstimmung im Bundestag zur „Ehe für alle„. „Ja, ich freue mich“, sagte er „Zeit Online„.

Symbolisch sei es ein „ganz wichtiger Schritt in Richtung endgültiger Gleichstellung und Emanzipation“. Dass die Union vom Koalitionspartner SPD überrumpelt worden ist, hält Hamburgs früherer Bürgermeister für zweitrangig: „Das Ergebnis zählt.“ Er könne „zwar nachvollziehen, dass jemand emotionale Vorbehalte dagegen hat. Aber rational fällt mir kein einziges Argument ein, das dagegen spricht.“

Auch für den bald beginnenden Bundestagswahlkampf sei es vorteilhaft: „Die Kanzlerin hat damit ein Thema vom Tisch, für das sich alle anderen Parteien – SPD, FDP und Grüne – vehement eingesetzt haben“, sagte von Beust „Zeit Online“. „Das hätte im Wahlkampf durchaus Schwierigkeiten bringen können: Nichts ist schlimmer als ein polarisierendes Ja/Nein-Thema im Wahlkampf, das tief in ihre eigenen Reihen reingeht und bei dem sich alle anderen klar positionieren.“

Zur Kritik innerhalb seiner Partei an der „Ehe für alle“ sagte von Beust: „Na klar, einige werden die Faust in der Tasche ballen. Aber auch die wollen, dass CDU und CSU die Wahl gewinnen. Denen kann man nur sagen: Leute, das Thema ist von der großen Mehrheit der Bevölkerung so gewollt.“

Als homophob habe er seine Partei nie wahrgenommen, sagte von Beust, der selbst in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft lebt. „Spießertum ist überall verbreitet. Das ist nicht auf die Union beschränkt.“ In seiner Gegenwart habe „nie jemand etwas Homophobes gesagt“.

Dass die „Ehe für alle“ noch zu weiteren Streitereien in seiner Partei führen werde, bezweifelt von Beust: „Mit der Abstimmung ist das Thema doch durch. Es kommt das Gesetz, dann die Sommerpause.“ Der Wahlkampf werde von anderen Themen beherrscht werden, sagte von Beust: „Ich glaube der Ärger verfliegt schnell. Im Alltag von 95 Prozent der Menschen spielt das Thema doch überhaupt keine Rolle.“

Eine längere Debatte, wie sie die Unionsfraktion im Bundestag fordert, hält von Beust für unnötig: „Zu dem Thema ist doch alles seit Jahren gesagt. Da gibt es doch weder politisch noch verfassungsrechtlich neue Argumente. Das braucht nun wirklich keine Zeit mehr.“

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