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Renate Künast

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16.11.2014

Grüne Künast geht Initiative gegen Übergewicht nicht weit genug

„Der Minister muss ein Gesamtpaket schnüren.“

Berlin – Der Vorsitzenden des Bundestags-Verbraucherausschusses, Renate Künast (Grüne), geht die Initiative von Bundesernährungsminister Christian Schmidt (CSU) gegen Übergewicht in Deutschland nicht weit genug.

„Angesichts der Problemlage genügt es jetzt nicht, eine Vielzahl von Einzelprojekten anzuschieben“, sagte Künast der „Welt“. „Der Minister muss ein Gesamtpaket schnüren und gemeinsam mit der Bildungsministerin und dem Gesundheitsminister ein Konzept entwickeln, wie das Übergewicht der Deutschen bekämpft werden soll.“

Künast forderte, vor allem auf Werbung, die sich gezielt an Kinder unter zwölf Jahren richtet, zu verzichten: „Ein erster Schritt wäre es, die Werbebranche und die Lebensmittelindustrie auf nationaler Ebene zu einer freiwilligen Selbstverpflichtung zu bewegen, keine Werbung mehr an Kinder unter 12 Jahren zu richten.“

Auf europäischer Ebene, so Künast, sollte sich die Bundesregierung endlich für eine leicht verständliche Nährwert-Kennzeichnung von Lebensmitteln einsetzen: „Wir Grüne fordern eine Ampelkennzeichnung.“

Schmidt hatte in der „Welt am Sonntag“ eine Initiative gegen Übergewicht in Deutschland angekündigt und sich dafür ausgesprochen, Erkenntnisse aus der Psychologie nutzen, um „junge Menschen sanft zu gesünderer Ernährung zu bewegen“. Daran sollten die Schulen genauso mitwirken wie Hersteller oder Einzelhandel.

Der Minister sprach sich dafür aus, Verpackungen so zu gestalten, dass sie weniger anregend auf Kinder wirkten. „Und es muss auch nicht unbedingt sein, dass an der Kasse immer die Süßigkeiten liegen.“ Wenn Freiwilligkeit zu nichts führe, „müssen wir an Regulierung denken“, sagte Schmidt.

Er verwies zugleich auf die neue Lebensmittelinformationsverordnung, die gerade auf europäischer Ebene umgesetzt wird. Sie verpflichtet die Hersteller von 2016 an zu klareren Nährwertangaben auf Verpackungen.

„Ich appelliere an die Lebensmittelindustrie, diese Regelung freiwillig jetzt schon anzuwenden“, sagte der Minister. „Wenn viel Fett oder Zucker in einem Lebensmittel ist, muss man dies erkennen.“

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts waren 2013 insgesamt 52 Prozent der erwachsenen Bevölkerung (62 Prozent der Männer und 43 Prozent der Frauen) in Deutschland übergewichtig.

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