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Flüchtlinge

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08.04.2016

ZDF-Politbarometer Mehrheit zweifelt an Arbeitsmarkt-Integration der Flüchtlinge

Zwei Drittel sehen Defizite bei der Bekämpfung von Steuerhinterziehung.

Mainz – Die meisten Befragten (58 Prozent) bezweifeln, dass ein großer Teil der Flüchtlinge in den nächsten Jahren bei uns in den Arbeitsmarkt integriert werden kann. 38 Prozent glauben, dass das gelingen wird (Rest zu 100 Prozent hier und im Folgenden „weiß nicht“). Besonders große Zweifel melden hier die Anhänger der AfD (89 Prozent) und der Linken (67 Prozent) an.

Generell sind 38 Prozent der Meinung, dass für die Eingliederung der Flüchtlinge in Deutschland zu wenig getan wird, 37 Prozent halten den Aufwand für gerade richtig, und 17 Prozent finden, es wird zu viel getan.

Gleichzeitig bemängeln 51 Prozent fehlenden Integrationswillen seitens der Flüchtlinge, nur 25 Prozent glauben, dass sich die hier lebenden Flüchtlinge ausreichend um ihre Integration bemühen, und ein vergleichsweise hoher Anteil (24 Prozent) kann das nicht beurteilen.

Mehrheit hält Flüchtlingszahl für verkraftbar

Wie im März, und anders als in den Monaten davor, hält mehr als die Hälfte der Befragten (56 Prozent) die Zahl der nach Deutschland kommenden Flüchtlinge für verkraftbar, 40 Prozent sind gegenteiliger Ansicht. Die Arbeit der Kanzlerin im Bereich Flüchtlinge und Asyl wird von 55 Prozent gut geheißen, 40 Prozent finden sie schlecht. Von den CDU/CSU-Anhängern unterstützen 76 Prozent Merkels Flüchtlingspolitik, 21 Prozent äußern Kritik.

EU-Türkei-Abkommen: Skepsis bezüglich sinkender Flüchtlingszahlen

Das Abkommen zwischen der EU und der Türkei über die Rückkehr, Aufnahme und Versorgung von Flüchtlingen wird weiterhin von den meisten Deutschen (69 Prozent; März: 64 Prozent) abgelehnt, nur 23 Prozent ( März: 27 Prozent) befürworten es. Auch verbinden nur 38 Prozent mit diesem Abkommen die Erwartung, dass jetzt deutlich weniger Flüchtlinge nach Europa kommen werden als letztes Jahr, 58 Prozent glauben das nicht.

SPD mit erneuten Verlusten, FDP legt weiter zu

Während sich CDU/CSU und FDP verbessern können, verlieren SPD und Linke erneut an Zustimmung. Wenn am nächsten Sonntag wirklich Bundestagswahl wäre, könnte die CSU/CSU nach Einbußen im März jetzt wieder zulegen auf 36 Prozent (plus 1), die SPD würde sich ein weiteres Mal verschlechtern und erreichte nur noch 22 Prozent (minus 1), ihren schlechtesten Projektionswert seit Oktober 2009.

Auch die Linke hätte zum zweiten Mal in Folge Verluste und käme auf 7 Prozent (minus 1). Die Grünen blieben unverändert bei 12 Prozent, und die FDP könnte mit 7 Prozent (plus 1) rechnen, so viel Zustimmung hatte sie zuletzt vor sechs Jahren. Die AfD erzielte unverändert 12 Prozent und die anderen Parteien zusammen 4 Prozent (unverändert).

Damit gäbe es, Dreierbündnisse außer Acht gelassen, weiterhin nur eine Mehrheit für CDU/CSU und SPD.

Kretschmann mit Spitzenwert direkt auf Platz eins

Die Liste der zehn wichtigsten Politikerinnen und Politiker wurde von den Befragten im März, nach den Landtagswahlen, neu bestimmt. Hinzugekommen sind demnach Winfried Kretschmann und Malu Dreyer, ausgeschieden sind Heiko Maas und Sahra Wagenknecht.

Winfried Kretschmann kommt aus dem Stand mit einem sehr guten Durchschnittswert von 2,4 auf der Skala von +5 bis -5 auf Platz eins. Er verdrängt Frank-Walter Steinmeier, der weiterhin mit 2,2 (März: 2,2) beurteilt wird. Auf Platz drei und etwas verbessert folgt Wolfgang Schäuble mit 2,1 (März: 1,9), dahinter Angela Merkel mit unveränderten 1,8 (März: 1,8). Neuzugang Malu Dreyer wird mit 1,6 bewertet und liegt damit vor Thomas de Maizière, der mit 1,0 (März: 0,7) deutlich zulegen kann. Danach kommen Gregor Gysi mit 0,8 (März: 0,7), Ursula von der Leyen mit 0,7 (März: 0,8) und Sigmar Gabriel mit 0,7 (März: 0,7). Neues Schlusslicht mit leicht verschlechterter Bewertung ist Horst Seehofer mit 0,2 (März: 0,3).

Steuerhinterziehung: Für die meisten in Deutschland weit verbreitet

Mit 59 Prozent gehen die meisten davon aus, dass Steuerhinterziehung bei uns weit verbreitet ist, 37 Prozent sehen das nicht so. Zudem glauben 85 Prozent, bei Bürgern mit besonders hohem Einkommen sei das häufiger der Fall als bei anderen Steuerzahlern. Nur 12 Prozent schließen sich dieser Einschätzung nicht an. Gut zwei Drittel (69 Prozent) und Mehrheiten in allen Parteianhängergruppen beklagen, dass bei uns nicht genug getan wird zur Bekämpfung der Steuerhinterziehung, 22 Prozent halten das Vorgehen und die Maßnahmen für ausreichend.

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