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Rösler ist leider nicht mehr locker

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28.03.2012

Wolfgang Kubicki Rösler ist leider nicht mehr locker

Nach Frank Schäffler zweifelt ein weiterer FDP-Spitzenpolitiker am Parteichef.

Berlin – Eine kleine Palastrevolution? Nach Frank-Schäffler hat auch FDP-Grande Wolfgang Kubicki erhebliche Zweifel an der Führungsfähigkeit von Parteichef Philipp Rösler geäußert. Für Rösler sei die Parteiführung zu früh gekommen, sagte der 60-jährige Spitzenkandidat der Liberalen in Schleswig-Holstein am Mittwoch der „Bunten“. Rösler wisse, dass er noch kein Staatsmann sei und verhalte sich daher „gelegentlich nicht ganz so sicher“. Der erst 39-jährige FDP-Politiker habe als Parteivorsitzender zudem positive Eigenschaften wie Charme und Witz eingebüßt. „Er ist leider nicht mehr locker“, sagte Kubicki.

Nach dem Absturz der Partei bei der Landtagswahl in Saarland am Sonntag hatte es erneut Spekulationen über ein vorzeitiges Ende von Rösler als FDP-Chef gegeben. In Parteikreisen rechnet man mit einem Rücktritt des Vorsitzenden für den Fall, dass die FDP auch die Landtagswahlen in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen verliert. Eine am Mittwoch im Auftrag des „Stern“ veröffentlichte Forsa-Umfrage bescheinigte der Partei zwar einen kleinen Aufwärtstrend, doch verharren die Liberalen mit vier Prozent unter der Fünf-Prozent-Hürde.

Der Finanzexperte Frank Schäffler hatte Rösler in einem persönlichen Brief komplettes Führungsversagen vorgeworfen. „Ein eigener Beitrag der FDP zur Lösung dieser medial alles beherrschenden Krise ist nicht zu erkennen, im Grunde gar nicht vorhanden“, schrieb der Bundestagsabgeordnete mit Blick auf die Debatte über die Aufstockung der Euro-Rettungsschirme. Es sei „offensichtlich, dass die FDP der Union die Erarbeitung von Lösungen zur europäischen Staatsschulden-, Banken- und Währungskrise überlässt“.

Rückendeckung bekam der Parteivorsitzende jedoch von FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle. „Ich teile seine Ansicht nicht“, sagte Brüderle zu dem Brandbrief von Schäffler. Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hatte am Dienstag die FDP-Fraktion besucht, um für den Schwenk der Regierung in der Euro-Frage zu werben. Schäffler, so stichelte nun Brüderle, habe an der Debatte mit Schäuble nicht teilgenommen, „weil er ja Öffentlichkeitsarbeit machen musste“.

Auffallend deutlich lobte Kubicki die Arbeit des Spitzenkandidaten der FDP in Nordrhein-Westfalen, Christian Lindner. Er bezeichnete den 33-Jährigen als einen „der brillantesten Köpfe“ seiner Partei. „Es nötigt mir unheimlichen Respekt ab, wie tief er manche Sachverhalte durchdenkt.“ Und Kubicki fügte hinzu: „Wir stehen uns nah.“ Lindner war im Dezember 2010 vom Amt des Generalsekretärs zurückgetreten. Angeblich gab es erhebliche Differenzen zwischen ihm und Parteichef Rösler.

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