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Gründungsparteitag der "Alternative für Deutschland"

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23.08.2013

Parteienforscher Starke AfD könnte Rot-Grün nützen

Debatte über neues Griechenland-Paket könnte der AfD Wähler zutreiben.

Berlin – Nach Einschätzung des Berliner Parteienforschers Oskar Niedermayer könnte die Debatte über ein neues Griechenland-Paket der eurokritischen Partei Alternative für Deutschland (AfD) weitere Wähler zutreiben und damit indirekt SPD und Grüne stärken. Die AfD könne profitieren, „wenn das Euro-Krisen-Thema die letzten Wahlkampfwochen bestimmen würde“, sagte Niedermayer „Handelsblatt-Online„.

„Damit könnte es aber auch möglicherweise indirekt Rot-Grün nützen, wenn die AfD der jetzigen Koalition Stimmen wegnimmt und die FDP vielleicht dadurch knapp unter die fünf Prozent gedrückt wird, vielleicht spekuliert die SPD darauf.“

Der SPD selbst helfe das Griechenland-Thema nicht, sagte Niedermayer weiter. „Es könnte ihr eher auf die Füße fallen, da Griechenland unter der Schröder-Regierung unter Aufweichung der Stabilitätskriterien in den Euro-Raum geholt wurde und die Kosten für die Rettung von Griechenland und sonstiger Schuldenländer für die deutschen Steuerzahler und Wähler angesichts der rot-grünen Pläne wie Euro-Bonds und Vergemeinschaftung der Schulden noch größer wären.“

Everhard Holtmann, Professor für Politikwissenschaft und Forschungsdirektor am Zentrum für Sozialforschung an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, sieht unter gewissen Umständen ebenfalls Chancen für die AfD, mit dem Griechenland-Thema zu punkten.

Die beiden großen Parteien hätten bisher „sorgsam vermieden, die Frage des stabilen Euros zu einem zentralen Thema ihrer Wahlkampagnen zu machen, um euroskeptische Unterströmungen im kollektiven Bewusstsein nicht zu beflügeln“, sagte Holtmann „Handelsblatt-Online“.

Er betonte allerdings auch: „Täte man dieses jetzt doch, leitete man Wasser auf die bislang lahmenden Mühlen der AfD.“

Mit Blick auf die SPD geht Holtmann fest davon aus, dass es ihr beim Griechenland-Thema schwerfallen werde, „im fortgeschrittenen Stadium eines von ihr mitgetragenen Konsolidierungskurses inhaltlich auf Gegenkurs zur Kanzlerin zu gehen, zumal weder die Höhe der nachgereichten Hilfen noch der Weg der Vergabe derzeit klar sind“.

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