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Angela Merkel 2014 CDU

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06.12.2015

Umfrage Norddeutsche üben Kritik an Asyl- und Flüchtlingspolitik

Die Anhänger der beiden Berliner Koalitionsparteien sind in ihrem Urteil gespalten.

Hamburg – Mit der Asyl- und Flüchtlingspolitik der Bundesregierung ist derzeit ein gutes Drittel der Norddeutschen (36 Prozent) zufrieden. 61 Prozent der Wahlberechtigten in den fünf norddeutschen Bundesländern sind dagegen weniger oder gar nicht zufrieden. Die Anhänger der beiden Berliner Koalitionsparteien sind in ihrem Urteil gespalten. Etwa die Hälfte der CDU-Anhänger (49 Prozent) bzw. SPD-Anhänger (46 Prozent) im Norden äußert sich eher positiv, ebenso viele aber finden zu einem negativen Urteil.

Deutliche Ablehnung kommt aus den Reihen der AfD (99 Prozent) und von den norddeutschen Wahlberechtigten, die aktuell für keine Partei stimmen würden (86 Prozent). Das ergab eine repräsentative Umfrage zum Thema Flüchtlinge, die das Meinungsforschungsinstitut infratest dimap im Auftrag des NDR durchgeführt hat.

Anlass ist die Benefizaktion „Hand in Hand für Norddeutschland“ des NDR zugunsten der Flüchtlingshilfe des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes. Die Umfrage ist Teil der Dokumentation „Die Flüchtlinge. Wie verändern sie den Norden“ am Montag, 7. Dezember, um 21.00 Uhr im NDR Fernsehen.

Vier von zehn Norddeutschen (41 Prozent) zeigen sich beunruhigt über die Zahl der Flüchtlinge, sechs von zehn (58 Prozent) dagegen nicht. Auch überwiegt bei 61 Prozent der wahlberechtigten Norddeutschen die Ansicht, dass Flüchtlinge perspektivisch auf dem deutschen Arbeitsmarkt gebraucht werden. Als Bereicherung für das Leben in Deutschland empfindet mehr als jeder zweite Norddeutsche (52 Prozent) die Flüchtlinge.

Deutlich auseinander gehen die Integrationserwartungen im Norden: Rund die Hälfte (47 Prozent) rechnet damit, dass sich die Flüchtlinge Lebensweise und Regeln in Deutschland anpassen werden, ebenso viele (46 Prozent) bezweifeln dies. In der Haltung zu den Flüchtlingen wird im Norden eine deutliche regionale wie auch soziale Spaltung deutlich: In Mecklenburg-Vorpommern stehen die Wahlberechtigten den Flüchtlingen deutlich distanzierter gegenüber als in den anderen vier Bundesländern. Auch sind Wahlberechtigte mit niedrigem Bildungsabschluss gegenüber Flüchtlingen negativer eingestellt als Norddeutsche mit höherem Bildungsniveau.

Bei den Zuwanderungsfolgen dominiert im Norden mit 63 Prozent vor allem die Sorge vor Haushaltsrisiken. Etwa jeder Zweite sorgt sich zudem vor größer werdender Konkurrenz auf dem Wohnungsmarkt (51 Prozent) bzw. einem zu stark werdenden Islam in Deutschland (50 Prozent). Mit wachsenden Straftaten rechnen vier von zehn Norddeutschen (40 Prozent).

Die Sorgen variieren zwischen den fünf norddeutschen Bundesländern allerdings deutlich. Während eine steigende öffentliche Verschuldung die Schleswig-Holsteiner (61 Prozent), Niedersachsen (67 Prozent) und Bremer (56 Prozent) am meisten bewegt, sorgen sich 61 Prozent der Hamburger um die größere Konkurrenz auf dem Wohnungsmarkt. Die Bürger in Mecklenburg-Vorpommern wiederum fürchten am ehesten einen zu starken Einfluss des Islams in Deutschland (68 Prozent).

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