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Mahmur Flüchtlingsanlage

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11.04.2016

Neue Verteilung 1022 unbegleitete Flüchtlinge in Sachsen-Anhalt

Proteste gegen neues Heim in Halle.

Halle – In Sachsen-Anhalt hat die Zahl der minderjährigen unbegleiteten Flüchtlinge stark zugenommen. Aktuell leben hier nach Angaben des Landes-Sozialministeriums 1 022 dieser Flüchtlingskinder. Vor einem Jahr waren es nur einige Dutzend. Das berichtet die in Halle erscheinende Mitteldeutsche Zeitung (Dienstagausgabe). Grund des Anstiegs ist eine neue Verteilung auf die Bundesländer.

Die Unterbringung der Flüchtlingskinder stößt derweil auf Widerstand. In Halle-Nietleben haben entsprechende Pläne zu wüsten Anwohnerreaktionen geführt. In dem Ortsteil mit gut 2 600 Einwohnern sollen 16 minderjährige Flüchtlinge unterkommen. Bei einer Informationsveranstaltung hatten Anwohner Befürchtungen geäußert, es könne zu Gewalt und Belästigung durch die Flüchtlingskinder kommen. „Wissen Sie, ob die nicht auf mich losgehen?“, sagte eine Anwohnerin. Eine andere äußerte die Vermutung, da kämen „13-Jährige, die Frauen vergewaltigen“.

Die Flüchtlingskinder sollen ab Mai in einem leerstehenden Gebäude in Nietleben unterkommen. Die Einrichtung soll vom Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes getragen werden. Zwei Sozialarbeiter und sechs Erzieher sollen die Kinder und Jugendlichen rund um die Uhr betreuen. Es handelt sich um eine sogenannte „Clearingstelle“. Dort soll etwa festgestellt werden, ob es Verwandte in Deutschland gibt – nach sechs bis acht Wochen werden die Kinder dann weiter verteilt. Meist in ein reguläres Heim.

Die für die landesweite Verteilung der minderjährigen Flüchtlinge zuständige Sozialstaatssekretärin Anja Naumann (SPD) zeigte sich schockiert von den Anwohner-Reaktionen. Es kämen im Regelfall 14- bis 18-jährige männliche Jugendliche, die natürlich wie deutsche Jugendliche auch pubertierten. „Aber man kann doch nicht jedem, der von außen zu uns kommt unterstellen, dass er ein Vergewaltiger ist. Wo sind wir hingekommen in Deutschland?“, sagte Naumann der Zeitung. Bei der Anwohnerkritik handele es sich „um Ängste, die nicht durch Tatsachen belegbar“ seien.

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