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Joachim Herrmann

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10.09.2017

Herrmann Weidel und Gauland dulden radikale Kräfte

„Der bedient sich eines Vokabulars wie Adolf Hitler.“

München – CSU-Spitzenkandidat Joachim Herrmann hat den beiden AfD-Spitzenkandidaten Alice Weidel und Alexander Gauland vorgeworfen, radikale Kräfte in ihrer Partei nicht klar auszugrenzen. Das zeige sich beispielsweise am Thüringer AfD-Fraktionsvorsitzenden Björn Höcke, sagte Herrmann der „Welt“ (Montagsausgabe).

„Die Parteivorsitzende Petry hat vergeblich versucht, ihn aus der Partei zu schmeißen. Dabei sind Höckes Aussagen völlig indiskutabel, teils rechtsradikal und rassistisch. Der bedient sich eines Vokabulars wie Adolf Hitler“, sagte Herrmann der Zeitung. Höcke habe den SPD-Politiker Sigmar Gabriel einen „Volksverderber“ genannt. „Das ist O-Ton Hitlers aus `Mein Kampf` über die Juden. Von einer solchen Partei muss man sich klipp und klar abgrenzen“, sagte Herrmann.

„Gauland und Weidel sind es, die es nicht schaffen, solche radikalen Elemente aus der Partei auszugrenzen. Gerade Gauland duldet Höcke ganz bewusst und macht mit Höcke Wahlkampf“, kritisierte der bayerische Innenminister. Gauland habe sinngemäß erklärt, 20 bis 30 Prozent der Parteimitglieder würden Höcke lieben. „Da ist einfach eine Grenze überschritten. In der AfD sind Wölfe unterwegs, denen kein Schafspelz passt.“

Herrmann schloss jede Zusammenarbeit mit der AfD aus. „Eine Zusammenarbeit mit der AfD kann überhaupt nicht infrage kommen. Allein schon wenn man sieht, welche Personen da unterwegs sind.“

Zum Streit über eine Obergrenze für Flüchtlinge sagte Herrmann, er könne mit der von Weidel genannten Zahl von maximal 10.000 pro Jahr nichts anfangen. Die Zahl 10.000 sei „denen doch spontan eingefallen am letzten Montag“. Die CSU habe mit einer Grenze von jährlich 200.000 eine realistische Marke gesetzt. „Sie basiert auf langjährigen Erfahrungen mit dem, was Integration leisten kann. Unsere Botschaft ist klar, wir müssen den Zugang von Flüchtlingen begrenzen.“

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