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Flüchtlinge an einer Aufnahmestelle

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27.09.2015

Flüchtlingskrise Warnungen vor Angriffen auf Christen

„Der Islam gehört zu Deutschland, Islamismus dagegen eindeutig nicht.“

Berlin – Angesichts der Übergriffe auf Christen in Flüchtlingsheimen werden Rufe nach einer getrennten Unterbringung laut. Der ehemalige Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) sagte der „Welt am Sonntag“: Es sei „traurig, dass eine Unterbringung der Flüchtlinge getrennt nach Herkunftsregion offensichtlich nötig ist“.

Der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag verurteilte die Angriffe: „Wir müssen von Anfang an klarmachen, dass wir die Regeln unseres freiheitlichen Rechtsstaats überall und konsequent durchsetzen.“ Friedrich forderte die muslimischen Verbände auf, „den Respekt vor unserer Rechtsordnung und Kultur von den zu uns kommenden Muslimen einfordern. Wir dürfen nicht defensiv sein.“

Auch der Vorsitzende der Unionsfraktion, Volker Kauder (CDU), erklärte: „Die muslimischen Verbände sollten sich von Übergriffen auf Christen klar distanzieren.“

Der Vorsitzende der Grünen, Cem Özdemir, forderte einen besseren Schutz von Christen, Jesiden und anderen religiöser Minderheiten in Asyl-Unterkünften. „Der Islam gehört zu Deutschland, Islamismus dagegen eindeutig nicht“, sagte er. Toleranz dürfe nicht als Schwäche missverstanden und ausgenutzt werden. Özdemir plädierte für eine Sensibilisierung aller haupt- und ehrenamtlichen Helfer in den Flüchtlingsunterkünften „für Anzeichen von religiöser und politischer Unterdrückung – egal woher sie stammt“.

Das Vorstandsmitglied des Zentralrates Orientalischer Christen in Deutschland, Simon Jacob, warnte, dass Christen und Jesiden immer häufiger von konservativen Muslimen und Islamisten bedroht werden. „Ich kenne sehr viele Berichte von christlichen Flüchtlingen, die Angriffen ausgesetzt sind. Aber das ist nur die Spitze des Eisberges“, sagte Jacob. Die Dunkelziffer sei hoch. Jacob plädierte dafür, die Flüchtlinge zunächst nach Religionen getrennt unterzubringen. Eine langfristige Lösung könne das aber nicht sein.

Ähnlich argumentiert auch Ali Ertan Toprak, Vorsitzender der Kurdischen Gemeinden in Deutschland. Es könne nicht angehen, dass Asylbewerber „andere Minderheiten diskriminieren und angreifen“, sagte er. „Solche Leute haben ihr Asylrecht in Deutschland verwirkt. Menschen, die vor Unterdrückung geflohen sind, dürfen nicht in Deutschland um ihr Leben fürchten.“ Das einzige Bundesland, das derzeit versucht, Flüchtlinge getrennt nach Herkunft unterzubringen, ist Thüringen.

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