newsburger.de Nachrichten aus aller Welt

Experten De-Mail nicht sicher

Berlin – Die von der Bundesregierung als deutliche Sicherheitsverbesserung gedachte elektronische Post weist offenbar deutliche Sicherheitslücken auf, weil die Daten nicht durchgängig verschlüsselt werden. Mehrere IT-Experten und Verbandsvertreter warnten davor, die De-Mail, die im kommenden Jahr an den Start gehen soll, in dieser Form einzuführen.

„Ich habe schwere Bedenken und bin gegen das De-Mail-Gesetz. Die Sicherheitslücken sind nicht zu übersehen“, sagte Thomas Lapp, Anwalt und IT-Experte der Bundesrechtsanwaltskammer der Frankfurter Rundschau. Auf den Servern würden die Mails aus technischen Gründen kurz entschlüsselt und sofort wieder verschlüsselt. Das System funktioniere wie ein Brief, der bis zu zweimal unterwegs geöffnet und in ein neues Kuvert gesteckt werde, sagte Lapp. „Das Versprechen, so sicher wie ein Brief zu sein, wird damit nicht eingehalten.“ Werde eine De-Mail an einen anderen Anbieter verschickt als den eigenen, müsse die Mail auf ihrem Weg sogar zweimal geöffnet werden. In diesen Momenten sei es theoretisch möglich, die De-Mail zu kopieren oder zu manipulieren – wenn es, wie in der Vergangenheit schon vorgekommen, gelänge, die Server der Anbieter zu hacken. Auch für Geheimdienste und Ermittlungsbehörden könne diese Schwachstelle interessant sein.

Elmar Müller, Vorstandschef des Deutschen Verbands für Post, Informationstechnologie und Telekommunikation (DVPT), sieht darin ebenfalls ein Problem: „Diese Lücke muss dringend geschlossen werden“, sagte Müller der FR. Die Deutsche Telekom bestätigte, dass De-Mails kurz geöffnet werden. Gert Metternich, Projektleiter der Telekom, sagte der FR: „Im De-Mail-System werden die Mails für den Bruchteil einer Sekunde auf den Servern der Provider entschlüsselt und sofort wieder verschlüsselt und dann weitergeschickt.“ Dies geschehe auf Servern, die staatlich überprüften Sicherheitsstandards entsprächen und abgeschottet seien. „Insofern haben wir überhaupt keine Bedenken, dass die De-Mails nicht sicher sind.“

21.07.2010 © dts Nachrichtenagentur / newsburger.de

Weitere Meldungen

SPD Bas plädiert für Strategiewechsel der Impfkampagne

Bärbel Bas, die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD, plädiert für einen Strategiewechsel in der Impfkampagne. Im ARD-Mittagsmagazin sagte sie am Dienstag: "Es braucht eine andere Kampagne, es braucht aufsuchende Angebote". In ihrer Stadt, in Duisburg, fahre ...

Trendbarometer Union sinkt auf 23% – SPD steigt auf 19%

Starke Bewegungen zeigt das RTL/ntv-Trendbarometer in dieser Woche bei den Parteiwerten: Gegenüber der Vorwoche fällt die Union um drei Prozentpunkte auf 23 Prozent. Die SPD gewinnt drei Prozentpunkte und erreicht mit 19 Prozent den besten Wert seit April 2018. Die ...

Scholz Corona-Tests „ab Herbst“ kostenpflichtig

Coronavirus Schäuble drängt Stiko zu Impfempfehlung für Kinder ab 12 Jahren

Ernst Impfen um Schulen offen zu lassen

Schäuble Corona-Einschränkungen bald nur noch für Nichtgeimpfte

Kanzlerpräferenz Laschet verliert 6 Prozentpunkte

Trendbarometer CDU/CSU fällt auf 26 Prozent – Grüne wieder über 20 Prozent

Zentralrat Nur Abgrenzung von AfD ermöglicht jüdisches Leben

SPD-Rechtsexperte Einschränkungen für Nicht-Geimpfte höchst bedenklich

SPD-Pflegebeauftragte Einrichtungen auf Katastrophenschutz überprüfen

SPD-Sportpolitikerin Olympische Spiele nicht verantwortbar und nicht fair

CDU Brok fordert Wohncontainer für Flutopfer

Grüne Hofreiter attackiert Union wegen Klimaschutz-Streit

Steigende Inzidenzen Lauterbach wirft Bundesregierung Untätigkeit vor

Kühnert Ampel-Koalition möglich

Nach Flut-Katastrophe Grüne fordern Reform der Schuldenbremse

Bundeswehr Middelberg und Mazyek fordern muslimische Seelsorger

Unwetter-Katastrophen NRW-Innenminister Reul fordert Sirenen-Pflicht

Flutkatastrophe Union warnt vor voreiligen Schuldzuweisungen

« Vorheriger ArtikelNächster Artikel »