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Pegida ist nicht Charlie

© Lukas Schulze / Archiv über dpa

12.01.2015

Demonstrationen Pegida macht weiter mobil

In Dresden wollen die Pegida-Anhänger mit Trauerflor aufmarschieren.

Berlin – Die Pegida-Bewegung will mit einem Trauermarsch in Dresden ihren Protest gegen den islamistischen Terror von Paris ausdrücken. Doch ihr Beitrag ist vielen nicht willkommen, sie halten den Islamkritikern Heuchelei vor.

Dass ausgerechnet die Pegida-Bewegung, die regelmäßig Zeitungen als „Lügenpresse“ beschimpfe, jetzt die Karikaturisten von „Charlie Hebdo“ ehren wolle, sei geradezu abenteuerlich, sagte der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir auf n-tv. CSU-Chef Horst Seehofer forderte die Pegida-Organisatoren auf, ihre Kundgebungen bis auf weiteres auszusetzen.

Anhänger der Bewegung wollten am Abend wieder bundesweit auf die Straße gehen – erstmals nach den Terroranschlägen von Paris. Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) forderte eine Absage der Demonstration. „Die Opfer haben es nicht verdient, von solchen Hetzern missbraucht zu werden“, sagte er der „Bild“-Zeitung.

Die Alternative für Deutschland (AfD) stellte sich hingegen erneut schützend vor die Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes (Pegida). Die Vorsitzende der AfD-Fraktion im sächsischen Landtag, Frauke Petry, sagte dem Fernsehsender Phoenix: „Ihnen per se zu unterstellen, sie seien fremdenfeindlich und rassistisch, halte ich für nicht legitim.“ Es sei wichtig, mit den Teilnehmern der Pegida-Demonstrationen zu sprechen, sagte Petry, die auch dem Bundesvorstand der rechtskonservativen Partei angehört.

Die AfD hatte vergangene Woche alle anderen Parteien aufgefordert, gemeinsam mit ihnen und Pegida an diesem Montagabend in Dresden schweigend und mit Trauerflor gegen den islamistischen Terror von Paris zu demonstrieren. Auf diesen Aufruf hatte jedoch keine Partei reagiert. Die AfD erklärte ihrerseits, sie sei von SPD-Chef Sigmar Gabriel nicht zu der von ihm angeregten Kundgebung gegen den Terror eingeladen worden.

Die für Montagabend geplante erste Kundgebung des nach dem Vorbild von Pegida gegründeten Bündnisses Legida in Leipzig sorgte bereits im Vorfeld für Irritationen. Erst verbot die Stadt Leipzig den Veranstaltern, bei der Kundgebung Mohammed-Karikaturen zu zeigen. Später wurde das Verbot wieder zurückgezogen.

Die nordrhein-westfälische Ministerpräsidenten Hannelore Kraft (SPD) warf der Pegida-Bewegung vor, sie nutze die furchtbaren Terrorangriffe von Paris aus, um „ihr fremdenfeindliches Süppchen“ zu kochen.

Auch Karikaturisten warfen der Bewegung vor, sie schlachte die Attentate in Frankreich „auf zynische Art und Weise“ aus. In einem Aufruf der Zeichner hieß es: „Wir, die französischen und frankophonen Zeichner, sind entsetzt über die Ermordung unserer Freunde. Und wir sind angewidert, dass rechte Kräfte versuchen, diese für ihre Zwecke zu instrumentalisieren.“

Die Pegida-Bewegung demonstriert bereits seit Wochen jeden Montag in Dresden gegen die vermeintliche „Islamisierung des Abendlandes“. Vergangene Woche hatten 18000 Menschen an der Kundgebung teilgenommen.

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