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17.06.2017

Bundestagswahl Vorbehalte gegen Schwarz-Gelb bei FDP und CDU

„Wenn das Vertrauen nicht hergestellt werden kann, lassen wir es besser.“

Berlin – In Union und FDP gibt es Zweifel, ob eine Neuauflage der christlich-liberalen Koalition nach der Bundestagswahl wünschenswert ist.

Die Frage sei, ob man einen guten Umgang mit der Union hinbekomme, sagte FDP-Geschäftsführer Marco Buschmann dem „Spiegel“. Es sei schlimm, wie bei der Union ständig Dinge durchgestochen und rausgetwittert würden. „Vertrauensbildende Maßnahmen wären nötig“, so Buschmann. „Wenn das Vertrauen nicht hergestellt werden kann, lassen wir es besser.“

Nach dem jüngsten ARD-Deutschlandtrend hätten beide Parteien zusammen eine Mehrheit, wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre.

Innerhalb der FDP-Führungsriege gibt es die Befürchtung, dass eine Regierungsbeteiligung für die Liberalen zu früh kommen könnte. „Viele glauben uns das nicht, aber erst einmal in den Bundestag einzuziehen und nicht sofort zu regieren, wäre völlig in Ordnung“, sagte Alexander Graf Lambsdorff in der aktuellen Ausgabe des „Spiegel“. Man habe definitiv „genug gutes Personal, wenn nötig“, so der Vizepräsident des EU-Parlaments, „aber manche Position noch zu vertiefen und die Debatte aus der Opposition heraus zu beleben wäre auch okay“.

Der baden-württembergische Landeschef Michael Theurer räumte ein: „Aus der außerparlamentarischen Opposition direkt in die Regierung wäre ein großer Sprung.“

Auch aufseiten der Union werden Bedingungen für ein Bündnis genannt, selbst bei überzeugten Befürwortern einer christlich-liberalen Koalition.

„Eine Zusammenarbeit mit der FDP wäre für die Union die beste Option“, sagte der Vorsitzende der CDU/CSU-Mittelstandsvereinigung, Carsten Linnemann. Allerdings wäre angesichts der schwierigen Weltlage eine solide Mehrheit der Koalition nötig. „Problematisch wäre es dann, wenn wir eine Mehrheit von ein oder zwei Stimmen im Bundestag hätten.“

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