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Patriot-Abwehrraketen

© über dts Nachrichtenagentur

08.06.2015

Bericht Verteidigungsministerium bestellt neues Boden-Luft-Abwehrsystem

Das neue System soll das bisher eingesetzte Boden-Luft-Abwehrsystem Patriot ersetzen.

Berlin – Nach Informationen des ARD-Hauptstadtstudios hat der Generalinspekteur der Bundeswehr, Volker Wieker, die Auswahlentscheidung getroffen, ein neues Boden-Luft-Abwehrsystem zu beschaffen. Grundlage für die Beschaffung soll das von der deutsch-italienischen Rüstungsschmiede MBDA und dem US Unternehmen Lockheed Martin entwickelte System Meads (Medium Extended Air Defense System) sein.

Der Bundestagsabgeordnete Florian Hahn, außen- und sicherheitspolitischer Sprecher der CSU, hat der ARD den Vorgang bestätigt. Das neue System soll das bisher von der Bundeswehr eingesetzte und in die Jahre gekommene Boden-Luft-Abwehrsystem Patriot ersetzen. Patriot ist ein Produkt des US-Rüstungsunternehmens Raytheon.

In den letzten Monaten lieferten sich die Anbieter der beiden Systeme eine PR-Schlacht, um zu einem späteren Zeitpunkt den Beschaffungsauftrag des Bundesverteidigungsministeriums zu bekommen. Aus Ministeriumskreisen heißt es, Meads sei favorisiert, weil es im Vergleich mit Patriot ein neues, ausbaubares System mit einer neuen Softwarearchitektur sei. Nach einer Beschaffung hätte die Bundeswehr die Rechte an dieser Software. Im Übrigen verfüge Meads über ein 360-Grad-Radar. Dadurch könnten mehrere simultan ablaufende Raketenangriffe abgewehrt werden.

Raytheon hatte in der Vergangenheit mehrfach versichert, dass ein Patriot-Upgrade zu einer vollen 360-Grad-Abdeckung möglich sei und, dass die Kosten für eine Weiterentwicklung des Patriotsystems wesentlich unter denen einer Meads-Lösung lägen. So versicherte ein Raytheon Sprecher Anfang Mai gegenüber der ARD: „Patriot wurde kontinuierlich durch neue Technologien und Fähigkeiten um das Kernsystem herum weiterentwickelt. Dies wurde durch mehr als 600 Raketenabschüsse und 2.500 Tests belegt und hat sich im Kampf bewährt. Die Einbeziehung dieser Test-Ergebnisse sowie der Kampferfahrungen garantieren, dass das System weiterhin auf alle neuen sowie neu entstehenden Gefahren vorbereitet ist.“

Doch im Verteidigungsministerium hat man an dieser Aussage offenbar Zweifel. Zwar gibt es mit Meads bisher keine Kampferfahrung, allerdings haben Testschüsse stattgefunden. Ein weiterer wichtiger Faktor für die Entscheider war die Integration des von Diehl entwickelten Boden-Luft-Lenkflugkörpers Iris T – SL. Durch die offene Systemarchitektur von Meads ist diese Integration möglich.

Die voraussichtlichen Kosten für eine tatsächliche Beschaffung könnte ein Volumen von ca. 4 Milliarden Euro haben.

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