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Schüler in Klassenraum

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23.02.2014

Schulsystem Niedersachsen verteidigt Rückkehr zu G9

„Es gibt eine große Bereitschaft zum Systemwechsel.“

Berlin – Die Kultusministerin von Niedersachsen, Frauke Heiligenstadt (SPD), hat die Entscheidung verteidigt, das achtjährige Gymnasium „G8“ wieder abzuschaffen. „Es gibt eine große Bereitschaft zum Systemwechsel: Weg vom G8 mit Dauerstress hin zu einem G9. Oder mit anderen Worten: Die Tür zum G9 ist geöffnet worden“, sagte Heiligenstadt der „Welt am Sonntag“.

Entscheidend sei aber die Ausgestaltung: „Eine Entscheidung darüber ist bislang nicht gefallen.“ Die Landesregierung habe eine Expertenkommission eingesetzt, die jetzt die verschiedenen Szenarien prüfe. Auf dieser Grundlage werde dann ein konkreter Vorschlag für die Umsetzung gemacht.

Mehrere ostdeutsche Bundesländer reagierten mit Unverständnis auf die geplante Abschaffung. „In Sachsen ist G8 historisch gewachsen und wird seit über 20 Jahren erfolgreich in der Praxis umgesetzt“, sagte die sächsische Kultusministerin Brunhild Kurth (CDU), früher selbst Lehrerin. „Die Frage nach einer Rückkehr zu G9 stellt sich bei uns nicht.“

Auch in Thüringen sieht man keine Notwendigkeit, das seit 24 Jahren existierende G8-Modell zu überdenken. „Bei uns ist dieses Thema nicht existent“, sagte Gerd Schwinger, Sprecher des thüringischen Kultusministers Christoph Matschie (SPD). „Wir sind überzeugt, dass das Abitur in acht Jahren für Schüler bestreitbar ist, ohne, dass dies im bloßen Anhäufen von Wissen endet.“ Die Abkehr der westdeutschen Länder vom G8 sieht er kritisch: „Der ständige Wechsel von Modellen bringt Unruhe in die Bildungslandschaft.“

Vor kurzem war bekannt geworden, dass Niedersachsen vermutlich schon im Sommer 2015 zum neunjährigen Schulsystem zurückkehren will.

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