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„Ich will keine Eiskunstlauf-Mama sein

© dapd

23.01.2012

Mögenburg „Ich will keine Eiskunstlauf-Mama sein“

Dietmar Mögenburg trainiert hochspringende Tochter Katarina.

Wuppertal – Als Vater weiß Dietmar Mögenburg natürlich, welche Gefahren da möglicherweise lauern. “Vielleicht kommt mal ein Kerl dazwischen”, sagt der Hochsprung-Olympiasieger von 1984 der Nachrichtenagentur dapd. Einen großen Karriereplan hat er also gar nicht erst entworfen für seine Tochter Katarina, 20 Jahre jung – und seit ihrem zwölften Lebensjahr Hochspringerin, wie der Papa. Am Wochenende beim Meeting in Wuppertal sprang sie erstmals eine Höhe von 1,86 m – mit Luft nach oben. Der Vater und Trainer hält sie für eine mögliche Zwei-Meter-Springerin aber, “die Hauptsache ist, sie hat Spaß daran. Alles ganz easy”.

Tatsächlich betreiben die Mögenburgs die Leichtathletik eher als kleines, sympathisches Familienunternehmen. Katarina springt hoch, ihr ein Jahr älterer Bruder Jonas weit und Vater Dietmar gibt den Trainer für die Jüngste. “Das lässt sich alles ganz leicht abstimmen, sie lebt ja bei uns im Haus”, sagt Mögenburg. Das Haus steht in Oslo. Dorthin ist er mit seiner norwegischen Frau, ebenfalls eine frühere Leichtathletin, 2006 ausgewandert. So starten die Kinder international auch für Norwegen.

“Ich wohne ja da, das liegt näher”, sagt Katarina Mögenburg. Als Verein hat sie sich aber Bayer Leverkusen ausgesucht, den früheren Klub ihres Vaters, dort gibt es einfach bessere Bedingungen als in Norwegens überschaubarer Leichtathletik-Szene. Und weil die Verwandtschaft noch im Rheinland wohnt, ist sie häufiger in Deutschland. Ein bisschen Training, ein paar Wettkämpfe, gerade sind die beiden wieder in der alten Heimat unterwegs. Und wie ist das dann so, wenn der Vater mit der Tochter? Katarina Mögenburg lacht. “Bei uns klappt das ganz gut. Er meint zwar, ich würde immer nur mit einem halben Ohr zuhören, aber das stimmt nicht”, sagt sie.

Natürlich sei der Vater ein Vorbild. 1991 geboren, hat sie ihn zwar nicht mehr im Wettkampf springen sehen, aber mit Hochsprung ist sie irgendwie doch aufgewachsen. “Wir haben nicht geplant, dass sie Hochspringerin wird. Aber beide Kinder wurden natürlich vom Umfeld beeinflusst”, sagt Dietmar Mögenburg. Die Kleinen seien eben mit in die Halle oder ins Stadion gekommen und dann ist das “aus einer spielerischen Geschichte” entstanden.

Anfangs wollte er gar nicht Trainer der Kinder sein, aber dann hat es sich bei Hochspringerin Katarina “zwangsläufig” so ergeben. Weitspringer Jonas, mittlerweile von zuhause ausgezogen, hat jetzt eine eigene Trainingsgruppe. Doch auch wenn die 1,91 m große Katarina trainiert und springt, ist der Vater nicht immer an ihrer Seite. “Ich will keine Eiskunstlauf-Mama sein”, sagt er. Eine Rückkehr nach Deutschland, nur wegen der besseren Bedingungen für den Sport der Kinder, kommt nicht in Frage.

Ein paar Ziele haben sich die Mögenburgs für dieses Jahr aber doch gesetzt. “Sie müsste bald regelmäßig Mitte 1,80 m springen”, sagt Dietmar Mögenburg. Der Anfang wurde in Wuppertal gemacht. Die Tochter will sich in diesen Sphären nach den dauernden Rückenschmerzen im vergangenen Jahr erst einmal stabilisieren. “Und dann noch höher”, sagt sie. Siebte war sie bei den deutschen Meisterschaften 2011 in Kassel. Und im Herbst hat Katarina Mögenburg in Oslo ihr Studium der Kunstgeschichte aufgenommen. Nur zur Sicherheit.

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