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Reste innerdeutsche Berliner Mauer

© Wici / gemeinfrei

10.03.2016

DDR-Vergangenheit Bundesstiftung will Arbeit nicht nur auf Stasi-Tätigkeit reduzieren

„Die Stasi-Unterlagen müssen zugänglich bleiben.“

Halle – Die Geschäftsführerin der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Anna Kaminsky, hat angesichts der Debatten um die Zukunft der Stasi-Unterlagenbehörde betont, dass man sich nicht allein auf die Stasi konzentrieren dürfe. Wichtig sei zudem die Aufarbeitung in den ostdeutschen Ländern – und im Westen. Auch deshalb benötige die Stiftung eine verlässlichere finanzielle Unterstützung des Bundes.

„Die Stasi-Unterlagen müssen zugänglich bleiben“, sagte sie der in Halle erscheinenden „Mitteldeutschen Zeitung“ (Donnerstag-Ausgabe). „Das ist ein Symbol der friedlichen Revolution.“ Die ehemalige Stasi-Zentrale in Berlin solle zu einem symbolischen Ort ausgebaut werden und zeigen, welche Rolle die Stasi für die SED-Diktatur gespielt habe. „Allerdings kann es insgesamt nicht um die Stasi allein gehen. Denn die Stasi war das Ross, und die SED war der Reiter“, fügte Kaminsky hinzu. Im Übrigen gebe es Landesbeauftragte, die Landeszentralen für politische Bildung und zahlreiche Initiativen, die sich um DDR-Aufarbeitung kümmerten.

Der Stiftung sei es „wichtig, diese dezentrale und vielfältige Aufarbeitungslandschaft zu erhalten. Im Westen müssen wir die Auseinandersetzung mit der kommunistischen Diktatur als gesamtdeutsches Thema stärken. Wir müssen davon weggekommen, das als Ost-Thema zu betrachten.“ Es gehe „nicht um einen Schlussstrich“.

Die Geschäftsführerin erklärte: „Wir haben aufgrund der niedrigen Zinsen Probleme, ausreichend Projektmittel für die dezentrale Aufarbeitung zur Verfügung zu stellen und müssen viele gute Projekte ablehnen.“ Im Bereich der Bildung hätten die Aufgaben aber eher noch zugenommen, weil jüngere Menschen von der DDR nichts mehr wüssten. Auch die Hunderttausenden DDR-Opfer bräuchten weiter Hilfe. „Zwar hat uns der Bundestag in den letzten Jahren jeweils mit einem Sonderzuschuss von 500 000 Euro jährlich gerettet“, so Kaminsky. „Doch wir brauchen eine grundsätzliche Lösung. Aufarbeitung gibt es nicht zum Nulltarif.“

Bei der Bundesstiftung Aufarbeitung sind 23 Frauen und Männer angestellt. Sie hatte 2015 einen Haushalt von 5,5 Millionen Euro. Dabei reicht die Stiftung 90 Prozent des Geldes an dezentrale Projekte weiter.

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