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Profile in sozialen Netzwerken

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19.03.2012

Fälschungen Profile in sozialen Netzwerken

So prüfen Sie die Echtheit.

Berlin – Jetzt musste es auch der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer lernen: Bei sozialen Netzwerken, im sogenannten Web 2.0, kann sich jeder unter einer beliebigen Identität anmelden. Zuletzt trieb ein gefälschter Seehofer beim Kurznachrichtendienst Twitter sein Unwesen. Weil die meist unbekannten Fälscher keine Ausweise vorlegen müssen und die nötigen Profilfotos wiederum leicht im Netz finden, tauchen solche Fälschungen immer wieder auf. Doch es gibt Wege, die Echtheit eines Profils zu prüfen. Eine Checkliste:

Der 140-Zeichen-Dienst Twitter hat einst als erster Anbieter damit begonnen, Profile prominenter Nutzer zu prüfen. Twitter verpasst seitdem Profilen zunehmend eine Art Echtheitsstempel, nachdem es mit geprüften Personen auf klassischen Wegen in Kontakt getreten ist: Neben den Benutzernamen findet sich ein weißer Haken auf blauem Grund. In Deutschland hat Twitter etwa Regierungssprecher Steffen Seibert und Schauspieler Michael Kessler verifiziert, aber auch Unternehmen, Journalisten und Abgeordnete. Auch Google+ verifiziert Profile. Zuletzt begann Facebook damit, Profile und (Fan-)Seiten auf deren Echtheit zu überprüfen – zunächst allerdings nur in den USA.

Bei echten Profilen prominenter Nutzer ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass offizielle Internetseiten auf sie verlinken. Wer auf Facebook nach Manuel Neuer sucht, findet zwar Dutzende Profile, die alle vorgeben, von dem Profifußballer des FC Bayern München geführt zu werden. Von manuel-neuer.com aus führt der Link „Manuel Neuer auf Facebook“ allerdings nur auf ein einziges Profil, das echte.

Auch wer bei Twitter nach Steffen Seibert sucht, findet mehrere Profile, die vorgeben, vom Regierungssprecher gepflegt zu werden. Die Internetseite bundesregierung.de verweist jedoch lediglich auf das eine richtige Profil @RegSprecher. Als ein vermeintliches Profil Seiberts bei Google+ aufkam, lief diese Prüfung wiederum ins Leere: Die Bundesregierung verlinkte nicht dorthin. Es war eine Fälschung.

Nachdem Schalke 04 im April 2011 in der Champions League Inter Mailand 5:2 schlug, liefen Trainer Ralf Rangnick die virtuellen Fans zu, plus 10.000 auf dessen vermeintlicher Facebook-Seite. Rangnick aber war damals wie heute im Web 2.0 gar nicht selbst unterwegs. Das hat er auch immer wieder selbst gesagt – so auch zwei Wochen vor dem damaligen Spiel im Interview mit einer Sportzeitschrift: Er meide soziale Netzwerke und suche lieber das persönliche Gespräch.

Andere Prominente wiederum bestätigen in Interviews und auch in TV-Auftritten den Einstieg in die Welt der sozialen Netzwerke. So auch Frank Elstner: Als im Dezember 2011 bei Twitter ein Profil auftauchte, das sich unter dem Benutzernamen @frank_elstner als eben dieser 69-Jährige ausgab, nutzte er seine eigene TV-Sendung, um die Echtheit seiner virtuellen Identität zu bestätigen: Er ließ die Twitter-Gemeinde die Krawatte für seinen Auftritt aussuchen und bestätigte auf dem Schirm sein Twitter-Engagement mit den Worten: „Ich habe heute etwas gemacht, was ich noch nicht sehr lange mache.“

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