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Verteidigungsministerium

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08.04.2015

Bericht Verteidigungsministerium wurde 2011 vor G36-Problemen gewarnt

Ermittler warnten, dass „Leib und Leben“ von Soldaten „gefährdet werden könnten“.

Berlin – Die Spitze des Bundesverteidigungsministeriums war offenbar spätestens seit Januar 2011 über mögliche Mängel des Sturmgewehrs G36 informiert. Das berichtet der „Stern“ in seiner am Donnerstag erscheinenden Ausgabe unter Berufung auf einen geheimen Bericht des Bundesrechnungshofs vom Juni 2014.

Sonderermittler des Verteidigungsministeriums berichteten demnach bereits Ende Januar 2011 dem damaligen Staatssekretär Rüdiger Wolf über anonyme Vorwürfe und einen möglichen Konstruktionsmangel des Gewehrs. Bei großer Hitze „wie in Einsatzgebieten in Afghanistan oder am Horn von Afrika“ könne sich die Waffe verformen. Das erzeuge unkontrollierbare Trefferbilder.

In der anonymen Anzeige wurde laut Rechnungshof auch behauptet, die Mängel der Waffe seien von Anfang an bekannt gewesen, Tests seien jedoch manipuliert worden. Die Ermittler warnten den Staatssekretär bereits 2011, dass „Leib und Leben“ von Soldaten im Auslandseinsatz „gefährdet werden könnten“, wenn sich die Hinweise bestätigten.

Laut dem Prüfbericht des Rechnungshofs fand auch das Wehrwissenschaftliche Institut der Bundeswehr Hinweise auf Merkwürdigkeiten. In der Kunststoffmischung der Gehäuse der Seriengewehre ließ sich der Zusatzstoff Polyethylen nachweisen, der die Verformung der heißen Waffe befördern könne.

Das von der Firma gelieferte Vorzeigemodell, der sogenannte Abnahmedemonstrator aus dem Jahr 1993, mit dem die Bundeswehr von der Alltagstauglichkeit der Waffe überzeugt wurde, enthielt dagegen noch kein Polyethylen. Dieser Kunststoff ist billiger als der Werkstoff Polyamid, aus dem das Gewehr ansonsten besteht.

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