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Victoria Asarenka sieht sich noch lange nicht am Limit

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29.01.2012

Tennis Victoria Asarenka sieht sich noch lange nicht am Limit

Der Titel bei den Australian Open soll für die neue Nummer eins erst der Anfang gewesen sein.

Melbourne – Den schweißtreibendsten Auftritt am Wochenende hatte Victoria Asarenka am Tag nach ihrem großen Triumph. Zumindest lag dieser Gedanke nahe beim Vergleich ihrer beiden Pflichttermine. 14 Stunden nach ihrem Spaziergang zum ersten Grand-Slam-Titel posierte die neue Australian-Open-Siegerin in praller Sonne bei 35 Grad im Schatten mit der Daphne Akhurst Trophy in den Armen. Beim Foto-Shooting am Ufer des Yarra-Flusses machte die Weißrussin eine genauso gute Figur wie am Abend zuvor beim Shootout in der Rod-Laver-Arena. Gefühlt dauerte das Ablichten länger.

Nach dem verwandelten Matchball zum spielend leichten 6:3, 6:0 im Finale der beiden lautesten Stöhnerinnen gegen die Russin Maria Scharapowa war Victoria Asarenka nach 82 Minuten in die Knie gegangen. Sie schlug die Hände vors Gesicht und hob dann immer wieder fragend die Arme, ob das alles wahr sei. “Ich konnte gar nicht begreifen, was passiert war, ich konnte gar nicht glauben, dass das Turnier und der lange Weg seit Sydney zu Ende sein sollten”, sagte die 22-Jährige hinterher glückstrahlend. Der silberne Wanderpreis stand wie zur Bestätigung neben ihr.

Den fünf Siegen beim Vorbereitungsturnier in Sydney fügte Victoria Asarenka sieben Erfolge in Melbourne an. Der Titel bei den Australian Open brachte der Seriensiegerin den Eintrag in die Geschichtsbücher, ein Rekordpreisgeld von umgerechnet 1,86 Millionen Euro und die Führung in der Weltrangliste. “Ein Traum ist in Erfüllung gegangen. Ich habe so hart gearbeitet für diesen Grand-Slam-Titel, und die Nummer eins zu sein, ist ein ziemlich guter Bonus”, sagte die bisherige Weltranglistendritte.

Im Gegensatz zur Dänin Caroline Wozniacki, die 67 Wochen an der Spitze stand, ohne in Melbourne, Paris, Wimbledon oder New York gewonnen zu haben, muss ihre Nachfolgerin keine Fragen nach der Legitimation für Platz eins fürchten. Dass Asarenka die Beste ist, hat sie beim ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres eindrucksvoll bewiesen. Und sie wird alles dafür tun, dass ihre Regentschaft keine kurze Episode bleibt. Sie wolle sich weiter verbessern, “ich sehe da kein Limit”. In den Ohren ihrer Konkurrentinnen sollte dieses Statement wie eine Drohung klingen.

Asarenka hat sich in Melbourne nämlich schon als komplette Spielerin präsentiert. Ihre Rückhand galt schon immer als die beste der Branche, ihr Aufschlag hinterlässt mächtigen Eindruck, mit ihrer Vorhand kann sie inzwischen auch ein Match diktieren, sie hat ihre Athletik enorm verbessert und ist inzwischen auch mental den Herausforderungen gewachsen. Nach einem desaströsen Start im Finale mit zwei Doppelfehlern gleich im ersten Spiel wäre die Asarenka der Vergangenheit für Scharapowa leichte Beute gewesen. Doch am Samstag hielt sie ihren Kopf beisammen, ging noch aggressiver zu Werke und machte mit ihrer Gegnerin schließlich, was sie wollte. “Sie war in allen Bereichen besser als ich”, gab die dreimalige Grand-Slam-Siegerin zu.

Bei den letzten fünf Grand-Slam-Turnieren gab es damit fünf verschiedene Siegerinnen, die vergangenen vier sahen jeweils Spielerinnen vorn, die zuvor noch keinen Major-Titel geholt hatten. Das spricht für eine breitere Spitze im Frauentennis, aber nicht gerade für eine Konstanz an Leistungen. Asarenka, die dieses Auf und Ab aufgrund ihrer Fähigkeiten beenden könnte, bewertete die Wechselspiele positiv. “Es gibt eine gesunde Rivalität, wir haben einen großartigen Wettstreit und können wirklich nach vorne blicken. Wir haben derzeit ein großartiges Level”, sagte die neue Spitzenkraft.

Vor einem Jahr war die aus Kiew stammende, in Scottsdale in den USA ausgebildete und inzwischen im Steuerparadies Monaco residierende neue Tennis-Königin noch drauf und dran, alles hinzuwerfen. “Es hat nicht viel gefehlt”, gab sie zu. Sie fühlte sich ausgebrannt, kassierte zu viele Niederlagen und haderte mit sich und der Welt. Dann hatte sie ihr Aha-Erlebnis, als sie im Gespräch mit ihrer noch im Rentenalter als Kindergärtnerin arbeitenden Großmutter erkannte, dass es wichtigere Dinge gibt im Leben, als sich über einen verschlagenen Ball zu ärgern. “Sie ist meine Inspiration”, sagte Victoria Asarenka, die Australian-Open-Siegerin mit Omas Hilfe.

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