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Berliner Mauer im Museum

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09.11.2019

Steinmeier Berliner Mauer fiel nach langem und mutigem Kampf

Man wisse, dass „sich nicht alle Hoffnungen erfüllt“ hätten.

Berlin – Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat an die Umstände erinnert, die schließlich zum Fall der Berliner Mauer am 9. November 1989 geführt haben.

„Die Berliner Mauer wäre nicht gefallen ohne die Aufstände in Budapest und Posen, in Warschau, Danzig und Krakau, ohne den Frühling von Prag und Bratislava, ohne die Unruhen in Stettin und schließlich wieder in Danzig. Die Berliner Mauer fiel nach einem langen, oft verzweifelten und deshalb umso mutigeren Kampf“, sagte Steinmeier am Samstag in Berlin. Es sei ein Kampf „für unsere und eure Freiheit“ gewesen, wie schon die „berühmte Formel des polnischen Novemberaufstands von 1830“ besagt habe.

„Ohne die große Unterstützung aus Washington, aber auch ohne die mutigen und menschlichen Entscheidungen von Michail Gorbatschow in Moskau wäre die Geschichte nicht so glücklich und nicht so friedlich verlaufen“, so der Bundespräsident weiter. Das habe man nicht vergessen, und das werde man auch nicht vergessen.

Aber wahr sei auch: „Ungarn, Polen, Tschechen und Slowaken nahmen sich die Freiheit. Sie nahmen sich die Freiheit für Europa und beendeten die Teilung unseres Kontinents. Die Freiheit Europas ist ihr Verdienst. Was wir heute sind und werden können, verdanken wir der Freiheit, die sie erkämpft haben. Das Grauen und die Irrwege des 20. Jahrhunderts waren nach dem 9. November 1989 Geschichte. Vor uns allen lag eine neue alte Welt“, sagte Steinmeier. Der Eiserne Vorhang, hinter dem „die Mitte Europas über Jahrzehnte verschwunden“ gewesen sei, habe sich „endlich gehoben“.

Er erinnere sich „gut an den Aufbruch von damals, das Staunen, die Neugier aufeinander, an die Wiederentdeckung des `Herzen Europas`. Heute, 30 Jahre später, ist die Neugier noch da – vor allem unter den Jungen. Wir sehen sie immer noch nach Prag reisen, nach Budapest, Krakau und Bratislava“, so der Bundespräsident.

Man sehe das Interesse auch in den Buchhandlungen: „Die erfolgreichen Autoren kommen aus Polen, Tschechien, Ungarn und Österreich, aus der Mitte Europas. In den dreißig Jahren seit 1989 gingen allein sieben Literaturnobelpreise in diese europäische Mitte, erst kürzlich 2018 an Olga Tokarczuk. Ich finde, all diesen Neugierigen, den Forschenden, Studierenden, den Kulturschaffenden sollten wir es leichter machen, wir sollten unsere Verkehrswege ausbauen und vernetzen, ebenso wie unsere Universitäten“, so Steinmeier.

Man wisse, dass „sich nicht alle Hoffnungen erfüllt“ hätten. „Und wir alle ahnen, dass das eine unrealistische Erwartung wäre. Die friedlichen Revolutionäre von 1989 entschieden sich gegen die hohlen Glücksversprechen des Kommunismus. Sie wählten die Freiheit und die Demokratie. Und sie hofften auf ein besseres Leben in einem Europa, das dem Einzelnen den Raum gibt zur freien Entfaltung und das diesen Raum schützt“, so der Bundespräsident weiter. Man habe „nicht alles davon erreicht“.

Freiheit und Demokratie, Wohlstand und Zusammenhalt in Europa blieben „große und anspruchsvolle Ziele. Sie fordern uns. Sie verlangen unseren Mut und unseren Gestaltungswillen. Sie verlangen Ausdauer und Geduld. Wer zurückblickt auf das Jahr 1989, der weiß, dass Ungarn, Polen, Tschechen, Slowaken und Deutsche all das schon einmal bewiesen haben. Die Mutigen von 1989 haben damals die Freiheit und Einheit Europas ermöglicht. Heute liegt dieses freie und geeinte Europa in unserer Verantwortung.

Es ist einzigartig in der Geschichte dieses Kontinents: Es ist ein friedliches Europa, ein Europa, in dem wir uns aus freien Stücken zusammengefunden haben, ein Europa, in dem Ost und West, Nord und Süd, große Staaten und kleine Staaten eine gleichberechtigte Stimme haben und alle einen Teil der Verantwortung tragen“, sagte Steinmeier.

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