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Nordsee-Staaten lernen nicht aus Öl-Katastrophe

Hannover/Kiel – Einen Stopp neuer riskanter Tiefseebohrungen in der Nordsee und im Nordostatlantik wird es vorerst nicht geben. Auf der Konferenz zum Schutz der Meeresumwelt des Nordost-Atlantiks (OSPAR) in Norwegen einigten sich neben Deutschland und der Europäischen Union die 14 Anrainerstaaten lediglich darauf, bis zum nächsten Treffen im Juni 2011 die eigenen Sicherheitsstandards zu prüfen. Niedersachsen Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) bedauerte, „dass das Moratorium nicht zustande kam“. Angesichts der jüngsten Ölkatastrophe sei eine Überprüfung der rund 500 Plattformen in der Nordsee angebracht, sagte Sander der „Frankfurter Rundschau“.

Nicht die Sicherheit habe bei der OSPAR-Konferenz im Vordergrund gestanden, „sondern den Ölhunger zu decken“, sagte Valerie Wilms, die Nachhaltigkeitsbeauftragte der Grünen. Ein Moratorium, um Schlimmeres zu verhindern, sei nötig, bevor die Staaten daran gehen, ihre Sicherheitskonzepte überprüfen. Tiefseebohrungen zuzulassen, hält auch Lorenz Schwark, Geologie-Professor an der Universität Kiel, für problematisch, „so lange es keine Werkzeuge gibt, Ölaustritte in großer Tiefe zu bekämpfen“. Daher sollte es wie in den USA auch in Europa schnellstmöglich eine Eingreiftruppe geben, die im Notfall noch 600 Meter unter dem Meer lecke Bohrlöcher verschließen kann, sagte Schwark.

25.09.2010 © dts Nachrichtenagentur / newsburger.de

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