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19.06.2011

Neuer ZDF-Intendant Bellut will Publikum drastisch verjüngen

Mainz – Der designierte ZDF-Intendant Thomas Bellut sieht als „gewaltigste Aufgabe der nächsten Jahre“ seines Senders an, das Publikum zu verjüngen: Er wolle nicht nur ZDFneo „zu dauerhaftem Erfolg führen“, sondern auch „andere Wege finden, junge Zuschauer anzusprechen“, sagte Bellut in seinem ersten Interview als künftiger Erster im Zweiten. Das meldet der „Spiegel“. Sein Ziel sei es, dass das ZDF „keine jungen Zuschauer mehr verliert. Und bei unseren anderen Angeboten will ich einen Zuwachs an jüngeren Zuschauern um zehn Prozent“.

Neue Sender müssten dazu allerdings nicht mehr gegründet werden. „Die Grenzen der Ausdehnung sind definitiv erreicht“, stellte Bellut klar – zugleich eine klare Absage an Forderungen der ARD, gemeinsam einen neuen Jugendkanal zu gründen. Selbst dass sich sein Sender von einem bereits bestehenden Kanal wieder verabschieden werde, könne er „nicht ausschließen“, so Bellut, der zugleich den Erwerb der Fußball-Champions-League verteidigte: „Sport gehört zum Programmauftrag.“

Den TVMarktführer RTL empfindet Bellut indes nicht als Vorbild: „RTL transportiert ein fragwürdiges Menschenbild. Ein Hauptelement des Programms ist dort, dass sich Menschen demütigen lassen“, so Bellut gegenüber dem „Spiegel“. „Sie werden es aber nicht erleben, dass im ZDF singende Jugendliche gedisst werden.“

Was die Zukunft von „Wetten, dass …?“ angehe, werde bis zum Herbst die Nachfolge von Thomas Gottschalk entschieden. „Richtig ist, dass ich zurzeit mit zwei Moderatoren Gespräche führe“, gab Bellut zu und lobte zugleich zwei Kandidaten besonders: Die Beliebtheit von Hape Kerkeling sei „gigantisch. Und wir verstehen uns gut“. Aber auch Jörg Pilawa gehöre „zur Top-Riege unserer Moderatoren. Ich würde ihn bei so einer Frage nie übergehen“.

Im ersten Halbjahr 2012 sei mit der Rückkehr der Show nicht zu rechnen. Dem Format stünden größere konzeptuelle Umbauarbeiten bevor: „Womöglich werden wir künftig weniger internationale Stars als Wettpaten einladen, sie sind oft austauschbar und kein tragendes Element.“

Auf jeden Fall müssten die Gespräche anders organisiert werden, „die Bereitschaft der Gäste zu Spiel und Spaß muss wachsen“, so Bellut. „Da muss mehr kommen als das Auf-der-Couch-Sitzen und Ein-paar-Sätze- Sagen.“

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© dts Nachrichtenagentur / newsburger.de

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