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"Shootout - Keine Gnade" Stallone mimt Profikiller auf Rachefeldzug

Im Actionthriller lässt Regisseur Hill den Ex-Rambo von der Leine.

Berlin – „Gute Reflexe für einen alten Knacker!“ – solche widerwillig gemachten Komplimente gehen Zuschauern, die mit ihren Actionhelden gealtert sind, runter wie Butter. Solche Sätze sind vielleicht auch der Hauptgrund für „Shootout – Keine Gnade“, einen Actioner im Retrostil der 80er, der gleich zwei Veteranen vereint: den unkaputtbaren Sylvester Stallone und den kultigen Actionregisseur Walter Hill. Für die beiden ist ihre Zusammenarbeit dennoch eine Premiere – eine recht geglückte, denn der Film hält exakt, was er verspricht.

Mätzchenfreie Kloppereien im Stil der 80er

Stallone spielt den gut abgehangenen Auftragskiller Jimmy Bobo, der Prinzipien hat und keine unschuldigen Zivilisten, Frauen und Kinder, tötet. Nachdem er mit seinem Partner Louis den korrupten Ex-Polizisten Greely, aber nicht dessen Gespielin erledigt hat, wollen ihre Auftraggeber die Killer aus dem Weg räumen. Louis wird getötet, und Jimmy will sich rächen. Deshalb tut er sich widerwillig mit Polizist Taylor Kwon zusammen, der herausfinden will, mit wem sich sein Ex-Partner Greely angelegt hat. Es geht um eine Akte, korrupte Machenschaften bis in höchste Kreise und um Jimmys Tochter Lisa.

Die Handlung ist ungefähr so originell wie der Filmtitel, der im Original „Bullet in the Head“ lautet und auf dem französischen Comic „Du plomp dans la tête“ basiert. Doch Altmeister Hill, Schöpfer von Kassenhits wie „Nur 48 Stunden“ und „Red Heat“, ist ein gewiefter Handwerker und bietet mit seiner mätzchenfrei-dreckigen Inszenierung in einer Südstaaten-Metropole ein erfrischendes Kontrastprogramm zu effekthascherischen Hochglanzspektakeln. Die Kloppereien sind brachial, die Stimmung herrlich lakonisch. In Old-School-Manier läuft jede Konfrontation auf ein Mann-gegen-Mann-Duell hinaus, das von klaren Ansagen à la „Ich werde dich töten“ angekündigt wird.

Der Ex-Rambo prügelt sich mit dem neuen „Conan“

Für diese aufs Notwendigste reduzierte Kommunikation ist „Sly“ Stallone perfekt. Der filmische Mehrwert besteht darin, dass Stallone, wie die nimmermüden Kollegen Bruce Willis in „Stirb Langsam 5“ und Arnold Schwarzenegger in „The Last Stand“ fortwährend mit seinem Alter kokettiert, womit sich auch nostalgische Zuschauer gebauchpinselt fühlen dürfen. Zur Steigerung des Patinaglanzes bedarf es jedoch unscheinbarer Nebenfiguren; Sung Kang als Kwan gibt einen pingeligen Gesetzeshüter, der bei Verhören streng im Rahmen des Rechtsstaates bleiben will, was von dem handfesten Jimmy cool unterlaufen wird.

Punkte kann Kwan lediglich im Gebrauch jenes elektronischen Schickschnacks verbuchen, der von dem Oldie mit verächtlich herabgezogenen Mundwinkeln beäugt wird. Außerdem bekommt der einstige Rambo mit Jason Momoa, der zuletzt im „Conan“-Remake zu sehen war, einen ausdruckslosen, aber breitschultrigen Sparringspartner. Aber auch Stallone steht stramm im Strumpf, und man möchte gar nicht so genau wissen, was der 66-Jährige mit seinem wächsernen Gesicht angestellt hat. Letzteres sowie der blutige und sehr hohe „body count“ verorten den Retro-Thriller, in dem Hill auch frühere Filme zitiert, dann doch im Heute.

Kinostart ab 7. März 2013.

(„Shootout – Keine Gnade“, USA 2012, 91 Minuten, FSK: 16, Verleih: Constantin, Regie: Walter Hill, Darsteller: Sylvester Stallone, Sung Kang, Jason Momoa, Christian Slater, Sarah Shahi u.a.)

02.03.2013 © dapd / newsburger.de

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