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Thomas de Maizière

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23.01.2014

Islamkonferenz Muslime reagieren reserviert auf de Maizières Pläne

„Die Einladung zum Gespräch nehmen wir natürlich gern an.“

Berlin – Die Vertreter der Muslime in Deutschland haben reserviert auf die Ankündigungen von Innenminister Thomas de Maizière (CDU) reagiert, die Islamkonferenz in der bisherigen Form nicht erhalten zu wollen. Der Innenminister hatte die muslimischen Verbände für den 27. Januar zu einem Gespräch eingeladen. „Aber es stand nicht drin, dass es um die Islamkonferenz gehen sollte“, sagte Yilmaz Kahraman, Bildungsbeauftragter der Alevitischen Gemeinde Deutschland, der „Welt“. „Die Einladung zum Gespräch nehmen wir natürlich gern an.“

Kahraman vertrat die Aleviten in den beiden vergangenen Jahren in der Islamkonferenz. Mit der Arbeit der Islamkonferenz sei er unzufrieden, so Kahraman. Wer Bilanz ziehe, erkenne schnell, dass die Arbeit wenig produktiv gewesen sei. „Wir hätten erwartet, dass man handlungsfähig ist, dass man in der Praxis sieht, was die Konferenz gebracht hat“, sagte Kahraman. „Was ist denn das Ergebnis? Was ist das Produkt der Islamkonferenz? Wie spiegelt sich das, was wir diskutiert haben, in der Gesellschaft“, fragte er.

Wie Kahraman zeigte sich auch der Vorsitzende des Islamrates, Ali Kizilkaya, mit den bisherigen Ergebnissen der Islamkonferenz wenig zufrieden. „Nach einem halben Jahrhundert muslimischen Lebens in Deutschland hätten wir weiter sein müssen“, sagte er der „Welt“. Darum sei er auch wenig überrascht, dass de Maizière nun über eine andere Form nachdenke. „Wir brauchen einen differenzierten Umgang miteinander“, sagte Kizilkaya. „Es ist an der Zeit, einen ergebnisorientierten und von gegenseitigem Respekt getragenen Weg zu gehen.“

Deutlich zurückhaltender äußerte sich der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Ayman Mazyek. Er wolle den kommenden Montag erst einmal abwarten, „wo wir ergebnis- und formoffen auf Augenhöhe miteinander sprechen“. „Ich hoffe, dass wir partnerschaftlich ein Agendasetting abstimmen.“

Der Sprecher der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (DITIB), Bekir Alboga, begrüßte das Gesprächsangebot. Er ließ jedoch keinen Zweifel daran, dass er den Dialog mit de Maizères Amtsvorgänger Hans-Peter Friedrich (CSU) für unbefriedigend hielt. „Den ehemaligen Innenminister hielten die Teilnehmer der Islamkonferenz in ihrer Mehrheit für solch einen Austausch und Zusammenarbeit eher für nicht geeignet. Nicht zu vergessen jedoch: Mehr als die Hälfte der Teilnehmenden waren keine Muslime“, sagte Alboga, der auch Sprecher des Koordinationsrats der Muslime ist.

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