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Serbien Heuberger nach Serbien-Spiel im Adrenalinrausch

Keine Zeit zum Schmökern in der Hoeneß-Biografie.

Belgrad – Uli Hoeneß musste warten. Auch in der Nacht zum Sonntag. Die Biografie des Präsidenten von Bayern München liegt immer noch verpackt auf dem Nachtisch von Martin Heuberger. Zum Lesen hatte der Handball-Bundestrainer bei der EM in Serbien bisher keine Ruhe. Er ist voll mit Adrenalin. Selbst in der Nacht – und gerade nach einem so nervenaufreibenden Spiel wie dem 21:21 (7:12) am Samstagabend zum Hauptrundenauftakt gegen den EM-Gastgeber. Erst drei Sekunden vor Ende hatte Sven-Sören Christophersen in dem 60-minütigen Krimi für den verdienten Ausgleich gesorgt.

“Ich habe die schlechteste Nacht seit Turnierbeginn hinter mir. Ich hoffe, dass sich mein Puls und mein Adrenalin so aufstellen, dass ich bald wieder besser schlafen kann”, sagte Heuberger am Sonntag im Teamquartier: “Jetzt wollen wir auch gegen Dänemark gewinnen. Danach ist alles möglich.”

Tatsächlich kann mit einem weiteren Sieg am Montag (18.20 Uhr) in Belgrad gegen den Vize-Weltmeister nun sogar der Halbfinaleinzug und damit wohl auch die Teilnahme an einem der drei olympischen Qualifikationsturniere im April perfekt gemacht werden. Allerdings darf dafür Deutschlands letzter Hauptrundengegner Polen (Mittwoch, 16.15 Uhr) zuvor nicht gegen Mazedonien gewinnen.

Gestählt durch den bisherigen Turnierverlauf und beflügelt durch die erfolgreiche Aufholjagd gegen die Serben soll der nächste Streiche gelingen. “Gegen Dänemark wird es ein heißes Tänzchen”, sagte Torhüter Silvio Heinevetter. Der Berliner wehrte am Samstag 16 von 37 Würfen ab und war maßgeblich daran beteiligt, dass der Rückstand von zwischenzeitlich bis zu sieben Toren noch wettgemacht werden konnte. Bei besserer Chancenverwertung wäre sogar noch mehr möglich gewesen.

“Unsere Moral war unglaublich. Aber wir haben nicht gespielt wie ein Halbfinalist. Erst wenn die Olympia-Qualifikation erreicht ist, werden wir unser Ziel vielleicht neu definieren”, sagte Abwehrchef Oliver Roggisch, der trotz seines Nasenbeinbruchs durchhielt. Im Kampf um eines der beiden verbliebenen Tickets für die olympischen Vorausscheidungen hat man nun beste Karten: 5:1 Punkte, Tabellenführer der Gruppe 1.

Die direkten Konkurrenten Serbien (ebenfalls 5:1 Zähler), Polen (3:3) und Mazedonien (1:5) werden von den Deutschen derzeit in Schach gehalten. Aus der Parallelgruppe hat einzig Slowenien noch Ambitionen auf die Quali-Turniere. “Momentan sieht es ganz gut aus. Aber wenn wir unsere nächsten beiden Spiele verlieren, bringt uns das alles nichts”, warnte Rückraumschütze Holger Glandorf. Heuberger ergänzte: “Auch wenn wir als Mannschaft gereift sind, fangen wir jetzt nicht an zu rechnen. Wir schauen nur auf das nächste Spiel gegen Dänemark.”

Am Sonntag hatte sich auch die zuvor so heißere Stimme des Trainers wieder ein wenig normalisiert. Laut brüllend war Heuberger während des Spiels gegen die Serben immer wieder die Außenlinie entlang getigert und hatte sein Innenleben offengelegt. Kurz vor dem Ende sank er gar für einen Moment auf der Bank in sich zusammen. Physio Reinhold Roth verpasste dem Coach eine kurze Nackenmassage, dann ging es weiter. Aufgeben ist Heubergers Sache nicht, die der Mannschaft schon gar nicht.

“Wenn man ein tot geglaubtes Spiel noch in ein Unentschieden umwandelt, ist es ein Erlebnis, was uns noch weiter pusht”, sagte Christophersen, der den Ausgleich als siebter Feldspieler anstelle des für die letzten Sekunden aus der Partie genommenen Heinevetter erzielte. Eine Variante, die einstudiert war – wenn auch nicht in dieser exakten Umsetzung. “Es hat mich schon überrascht, dass er aufs Tor wirft”, sagte Heuberger und schmunzelte. Ein Ungehorsam, den der akribische Arbeiter gern akzeptierte. Nun gilt es, sich auf Dänemark vorzubereiten. Hoeneß muss weiter warten.

22.01.2012 © dapd / newsburger.de

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