Nachrichten und Schlagzeilen aus aller Welt - Politik - newsburger.de

Akropolis in Athen

© über dts Nachrichtenagentur

28.05.2015

Griechenland-Krise IWF-Chefin Lagarde hält Grexit für möglich

„Der Austritt Griechenlands ist eine Möglichkeit.“

Berlin – Der Internationale Währungsfonds (IWF) schließt ein Ausscheiden Griechenlands aus dem Euroraum ausdrücklich nicht mehr aus: „Der Austritt Griechenlands ist eine Möglichkeit“, sagte die geschäftsführende Direktorin des Fonds, Christine Lagarde, der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Freitagausgabe). Ein solcher Schritt wäre nach ihren Worten „kein Spaziergang“, bedeutete aber „wohl nicht das Ende des Euro“.

Lagarde widersprach zudem griechischen Äußerungen, wonach die laufenden Verhandlungen mit den Gläubiger-Institutionen – das sind neben dem IWF die EU-Kommission und die Europäische Zentralbank – kurz vor dem Abschluss stünden. „Es ist sehr unwahrscheinlich, dass wir in den nächsten Tagen eine umfassende Lösung erreichen werden“, sagte sie. Nachdem es aus Athen vor zehn Tagen positive Signale gegeben habe, „waren wir in der vergangenen Woche dann wieder ernüchtert“. Es sei noch „ein weites Feld zu beackern“.

Angesichts des drohenden griechischen Staatsbankrotts schloss die IWF-Chefin die Auszahlung weiterer Kredite des Fonds ohne den Abschluss einer sauberen Reformvereinbarung aus. „Wir haben Regeln, wir haben Prinzipien. Es darf keine halbgare Programmüberprüfung geben“, sagte Lagarde der Zeitung. Diese Überprüfung gehe „nicht im Hauruck-Verfahren“.

Damit ist eine reguläre Auszahlung der noch vorhandenen Kredite bis zum Ende des Hilfsprogramms der Euro-Staaten bis Ende Juni praktisch ausgeschlossen. Denn diese setzt eine Vereinbarung aller drei Institutionen mit Athen voraus: Erst danach könnten die zuständigen Gremien der Gläubiger die noch vorhandenen Kredite von insgesamt 7,2 Milliarden Euro freigeben.

Lagarde machte deutlich, dass sie die Verantwortung für den Verbleib Griechenlands in der Währungsunion nicht beim IWF sieht. Wenn die Europäer eine in den kommenden Wochen drohende Staatspleite vermeiden wollten, müssten sie selbst Vorkehrungen treffen. Wenn die Voraussetzungen erfüllt seien, könnten die Euro-Staaten und die EZB den Griechen „ein wenig Luft zum Atmen geben“. Lagarde verwies speziell auf das Ela-Hilfsprogramm der EZB.

Weitere interessante Artikel

Unterstützen durch teilen: Sie können unsere Arbeit ganz einfach unterstützen indem Sie diesen Artikel auf einer der folgenden Social Media Plattformen teilen. Jeder geteilte Artikel hilft uns. Dankeschön!
Google+

© dts Nachrichtenagentur / newsburger.de

URL zum Artikel: newsburger.de/griechenland-krise-iwf-chefin-lagarde-haelt-grexit-fuer-moeglich-84175.html

Weitere Nachrichten

Flüchtlinge

© ververidis / 123RF Lizenzfreie Bilder

Bericht NRW beteiligt sich nicht an Afghanistan-Abschiebung

NRW wird sich an der dritten Sammelabschiebung nach Afghanistan nicht beteiligen. Das erfuhr die in Düsseldorf erscheinende "Rheinische Post" ...

Fazle-Omar Moschee Hamburg

© Daudata / gemeinfrei

Spitzel-Affäre um Ditib Generalbundesanwalt ermittelt gegen 16 Tatverdächtige

Die Bundesanwaltschaft ermittelt derzeit gegen 16 Tatverdächtige in der Spitzel-Affäre um Deutschlands größten Islamverband Ditib. Das sagte der ...

Jürgen Trittin Grüne

© Bündnis 90 / Die Grünen / CC BY-SA 2.0

Grüne Trittin sieht gute Chancen auf Regierung ohne CDU/CSU

Der Grünen-Politiker Jürgen Trittin sieht trotz niedriger Umfragewerte seiner Partei Chancen auf eine Regierungsbeteiligung in Berlin. "In den Umfragen ...

Weitere Schlagzeilen