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01.07.2012

Digitalisierung Für deutsche TV-Sender wird es hart

Fragmentierung des Marktes schreitet immer weiter voran.

Köln – RTL-Managerin Anke Schäferkordt zufolge müssen sich die großen deutschen TV-Sender auf magerere Zeiten einstellen. Im Zuge der Digitalisierung schreite die Fragmentierung des Marktes durch eine Flut neuer Angebote immer weiter voran, sagte sie im Interview mit der „Welt am Sonntag“ (E-Tag: 1. Juli). „Wenn TV-Zuschauer je nach Empfangsart die Wahl haben zwischen weit über 100 Kanälen, ist es schlicht unrealistisch, dass mehrere Sender dauerhaft deutlich zweistellige Marktanteile haben.“

Auch für Marktführer RTL schraubte sie die Erwartungen herunter: „Es ist nicht sehr wahrscheinlich, dass die Nummer eins hierzulande auf Dauer so luxuriös dastehen wird, wie es derzeit der Fall ist“, so Schäferkordt. Marktführer wolle man aber bleiben und auch einen ordentlichen Vorsprung halten.

Schäferkordt, die seit 2005 Chefin von RTL Deutschland ist, war Anfang April in die Doppelspitze der RTL Group aufgestiegen – wo sie neben ihrer bisherigen Zuständigkeit Seite an Seite mit Guillaume de Posch die Geschicke des größten europäischen TV-Konzerns lenkt.

Anlass zur Sorge ist die neue Aufgabenfülle für die Managerin nicht: „Wenn ich mir Sorgen mache, dann eher über die zunehmenden Baustellen in der Eifel auf dem Weg von Köln nach Luxemburg“, sagte sie. „Mehr sollten es jedenfalls nicht werden, die kosten wertvolle Zeit.“

Der im April neu gestartete Sender RTL Nitro hat die Erwartungen des Unternehmens laut Schäferkordt übertroffen: „Schon am ersten Tag haben wir aus dem Stand heraus 0,3 Prozent Marktanteil generiert.“ Im Mai habe der Marktanteil beim jüngeren Publikum bereits bei 0,5 Prozent gelegen – obwohl er noch gar nicht flächendeckend digital empfangbar war. „Der höchste Tagesmarktanteil lag schon bei einem Prozent“, so die Managerin. „Um das zu erreichen, brauchten andere neue Sender zwei Jahre.“

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