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Akropolis in Athen

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20.04.2015

Griechenland-Krise IWF sieht Fortschritte bei Gesprächen mit Athen

„Das ist eine gute Entwicklung und gibt Anlass zur Hoffnung.“

Berlin – Nach Wochen des Stillstands gibt es erstmals Fortschritte bei den Gesprächen zwischen Griechenland und seinen internationalen Gläubigern: „Seit einigen Tagen ist ein wenig mehr Schwung in die Verhandlungen zwischen den drei Institutionen und der griechischen Regierung gekommen“, sagte Poul Thomsen, Europa-Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF), im Interview mit dem „Handelsblatt“ (Montagausgabe). „Das ist eine gute Entwicklung und gibt Anlass zur Hoffnung.“

Trotz der Fortschritte sei man aber noch „weit vom Ziel entfernt“. Die Verhandlungen müssten deutlich mehr Schwung bekommen, wenn eine rechtzeitige Einigung gelingen solle. Die Finanzmittel der griechischen Regierung würden vielleicht bis Juni reichen, sagte der Leiter der IWF-Europaabteilung. „Die Tilgungslasten, die dann auf Griechenland zukommen, sind sehr groß. Wir brauchen vorher eine Einigung, damit weitere Hilfskredite ausgezahlt werden können“, forderte er.

Thomsen warnte zudem davor, die Risiken zu unterschätzen, die mit einem Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone verbunden wären. „Niemand sollte denken, dass ein Grexit ohne Probleme wäre“, warnte er. Europa sei heute zwar in einer stärkeren Position – durch den permanenten Rettungsschirm ESM, die Bankenunion und die neuen Instrumente der Europäischen Zentralbank (EZB). „Aber natürlich wäre auch Europa Risiken ausgesetzt“, betonte Thomsen. „Sie würden von der wirtschaftspolitischen Antwort abhängen, die die europäischen Regierungen nach einem Grexit gäben.“

Besonders wichtig sei es, längerfristige Risiken zu verringern, sagte der Leiter der IWF-Europaabteilung dem „Handelsblatt“. „Zum Beispiel die Gefahr, dass die Eurozone als Klub betrachtet würde, in den man ein- und austreten kann, wie man will.“ Dadurch könne es in Zukunft Zweifel am Verbleib anderer Staaten geben. „Um sie zu zerstreuen, bräuchte es ein sehr starkes politisches Signal für eine weitere Integration“, so die Einschätzung von Thomsen. Langfristig benötige eine Währungsunion eine stärkere fiskalische und politische Union.

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