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Flüchtlingslager

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11.08.2019

Bericht Experten warnen vor „Braindrain“ aus Türkei und Iran

„Der Braindrain ist das Schlimmste, was der Türkei passieren kann.“

Berlin – Asylbewerber aus der Türkei und dem Iran verfügen über eine deutlich höhere Bildung als der Durchschnitt der Schutzsuchenden. Das geht aus einem Bericht des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) zu den „Potenzialen von Asylantragsstellern“ hervor.

Demnach haben 2018 insgesamt 59,3 Prozent der Asylbewerber aus der Türkei erklärt, dass sie zuvor eine Hochschule besucht hätten. Zuletzt hatte sich der Bildungsgrad sogar noch einmal erhöht – im Jahr 2017 hatten mit 46 Prozent der türkischen Asylbewerber noch weniger angegeben, dass sie in ihrer Heimat eine Hochschule besucht hätten.

Eine ähnliche Entwicklung gibt es bei Antragsstellern aus dem Iran. Hatten 2017 noch 42,6 Prozent aller iranischen Antragssteller angegeben, im Heimatland eine Hochschule besucht zu haben, waren es 2018 bereits 47,5 Prozent. Die aktuelle Statistik bezieht sich auf Selbstauskünfte von 65.000 volljährigen Antragsstellern im Jahr 2018.

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek erklärte, es sei „eine Herausforderung“, Flüchtlinge „ihren Qualifikationen entsprechend in das deutsche Bildungssystem zu integrieren“. Das gelte besonders „für hoch qualifizierte Flüchtlinge“, sagte die CDU-Politikerin der „Welt am Sonntag“.

Man habe Ende 2015 ein „umfassendes und weltweit einzigartiges Maßnahmenpaket zur Integration studierfähiger Flüchtlinge in die deutschen Hochschulen auf den Weg gebracht“. Die Maßnahmen wirkten, die Integration in die Hochschulen gelinge immer besser. „Über 20.000 Geflüchtete konnten bereits ein reguläres Hochschulstudium aufnehmen.“

Der Arbeitgeberverband BDA betonte die Chancen für die deutsche Wirtschaft: „Die Potenziale von geflüchteten Menschen dürfen wir mit Blick auf wachsende Fachkräfteengpässe nicht brachliegen lassen.“

Politiker und Experten warnen vor den Folgen

Politiker und Experten warnen angesichts der hohen Zahlen aus der Türkei und dem Iran vor den Folgen. Murat Erdogan, Direktor des Forschungszentrums Migration und Integration der Deutsch-Türkischen Universität in Istanbul, erklärte: „Der Braindrain ist das Schlimmste, was der Türkei passieren kann. Wir haben kaum natürliche Rohstoffe und sind auf unsere intellektuelle Elite angewiesen, um als Wirtschaftsstandort erfolgreich sein zu können.“

Sevim Dagdelen (Linke), Vorsitzende der deutsch-türkischen Parlamentariergruppe im Bundestag, stellt fest: „Journalisten, Juristen, Wissenschaftler – Erdogan treibt die klügsten Köpfe aus dem Land.“ Das islamistische Regime ruiniere die Türkei wirtschaftlich und mache das Land „intellektuell immer ärmer“.

Auch der Vorsitzende des deutsch-iranischen Pendants im Parlament, Bijan Djir-Sarai (FDP), sagte, „Teheran nimmt bewusst einen Braindrain in Kauf, obwohl der Schaden für das Land enorm ist“.

Asylsuchende aus vielen anderen Staaten verfügen über eine weit schlechtere Bildung. Aus dem Hauptherkunftsland Syrien haben lediglich 17 Prozent die Hochschule absolviert, aus dem Irak nur 14,2 Prozent. Im Durchschnitt sehr gering ist laut BAMF auch der Bildungsstand bei Bewerbern aus den der Anzahl der Migranten nach bedeutenden Ländern Nigeria und Afghanistan.

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