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Flagge von Griechenland

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19.09.2013

Bericht Griechenland wird Sparziele der Troika verfehlen

„Schuldenschnitt für Griechenland kaum abwendbar.“

Athen – Selbst wenn die Troika in den kommenden Jahren die Hilfsmaßnahmen für Griechenland bis zum Äußersten ausreizen sollte, dürfte das Land die vorgegebenen Sparziele verfehlen. Dies geht aus Berechnungen der DZ Bank hervor, die der „Welt“ vorliegen. „Die Berechnungen zeigen eindeutig: Auf längere Sicht ist ein Schuldenschnitt für Griechenland kaum abwendbar“, sagt Daniel Lenz, Volkswirt bei der DZ Bank.

Die Ökonomen der Bank haben in drei Szenarien die Entwicklung der Schuldenquote und des griechischen Finanzbedarfs zwischen 2012 und 2020 analysiert. Für ihr erstes Szenario haben die Ökonomen die Zinsprojektionen des Internationalen Währungsfonds (IWF) zugrunde gelegt. Zudem gehen sie ab 2016 von jährlichen nominalen Wachstumsraten von rund drei Prozent aus und rechnen mit einem Primärüberschuss, also einem Haushaltsüberschuss ohne Berücksichtigung der Zinszahlungen, in Höhe von zwei Prozent.

Laut DZ Bank wird demnach die griechische Schuldenquote, also das Verhältnis der Verschuldung zum Bruttoinlandsprodukt, 2020 rund 170 Prozent betragen. Der Unterschied zu den deutlich weniger pessimistischen Berechnungen der Troika ergibt sich aus abweichenden Annahmen beim Wachstum und den Privatisierungserlösen.

Auch eine Entlastung bei den Zinszahlungen würde Griechenland laut DZ Bank nicht viel bringen: Wenn die Zinszahlungen auf dem heutigen Niveau von 2,3 Prozent eingefroren würden, würde die Schuldenquote 2020 den Berechnungen zufolge rund 160 Prozent betragen.

Auch bei noch weitergehenden Hilfen würde Griechenland seine Ziele verfehlen, wie ein drittes Szenario der Bank zeigt. Darin verzichten die Euro-Partner ab 2014 ganz auf ihre Zinsen. Alle ausstehenden Anleihen anderer Gläubiger werden bis zur Fälligkeit weiter bedient. Die auslaufenden Schuldscheine werden von den öffentlichen Gläubigern übernommen, für sie fallen ab dann auch keine Zinsen an. In diesem Fall würde der Schuldenstand Athens zwar deutlicher fallen, aber 2020 noch immer bei 143 Prozent liegen. Immerhin wäre der Finanzbedarf des Landes in diesem Szenario mit 60 Milliarden Euro bis zum Jahr 2020 nur noch halb so hoch wie im ersten.

Angesichts dieser Zahlen wäre es aus Sicht der DZ Bank das Beste, wenn die Politik Griechenland einen Schuldenerlass gewähren würde. Zwar wäre ein Schuldenschnitt mit 100 Milliarden Euro etwa doppelt so teuer, als wenn die Euro-Partner ihre Zinsansprüche aufgeben würden. „Aber dafür hätte man eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit, dass Griechenland bald auf eigenen Beinen stehen kann“, sagte Volkswirt Lenz.

Dagegen wäre bei einer Fortsetzung der Hilfsprogramme selbst im Jahr 2020 unklar, ob Griechenland ohne fremde Hilfe auskommen kann. Lenz: „Die Rettung Griechenlands käme die Euro-Partner dann voraussichtlich deutlich teurer.“

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