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Ankara Türkei

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31.05.2016

Beitrittsverhandlungen mit der Türkei Ex-Ifo-Chef Sinn warnt vor Beschleunigung

Hans-Werner Sinn: Finanzielle Lasten wären nur schwer tragbar.

Osnabrück – Der langjährige Chef des Münchner Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, hat vor einer Beschleunigung der Beitrittsverhandlungen mit der Türkei gewarnt. In einem Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Dienstag) sagte Sinn: „Damit werden perspektivisch über 80 Millionen Türken das Recht der freien Wohnsitzwahl in Deutschland erhalten.“

Der Ökonom warnte, dass Deutschland derzeit schon genug Schwierigkeiten mit dem Flüchtlingsstrom habe. Gering qualifizierte Migranten könne man zwar aus humanitären Gründen aufnehmen, sie kämen für die Einheimischen letztlich aber sehr teuer, weil sie auch bei einer Integration in den Arbeitsmarkt weniger Steuern und Beiträge zahlten, als sie an öffentlichen Leistungen zurück erhielten. Deutschland sollte dazu übergehen, sich, wie etwa Kanada, die Zuwanderer auszusuchen.

Der ehemalige Chef des Wirtschaftsforschungsinstitutes kritisierte den Türkei-Deal der EU in der Flüchtlingspolitik, für den die Bundesregierung sich stark gemacht hatte.

Sinn sagte: „Für die paar tausend Immigranten, die jetzt, zusätzlich zu den Effekten des mazedonischen Zauns, vielleicht noch zurückgehalten werden, macht die Kanzlerin eine Wende bei ihrer Türkeipolitik um 180 Grad und akzeptiert eine Beschleunigung der Verhandlungen für den EU-Beitritt.“

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