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27.11.2015

"Krieg im Netz" Kaspersky hält nichts von Anonymous-Drohung gegen den IS

„Dafür braucht es Anonymous doch nicht.“

Moskau – Der russische IT-Unternehmer und Sicherheitsexperte Eugene Kaspersky hält nichts von der Ankündigung des Hacktivisten-Kollektivs Anonymous, gegen den „Islamischen Staat“ einen Krieg im Netz führen zu wollen.

„Bislang sehe ich vom IS im Netz vor allem Websites und viele Social-Media-Accounts, über die er seine Propaganda betreibt“, so Kaspersky im Interview mit dem „Spiegel“. „Das sollten staatliche Behörden und soziale Netzwerke eigentlich selbst in den Griff bekommen, dafür braucht es Anonymous doch nicht.“

Dabei sieht der Unternehmer, dessen Kaspersky Lab auch maßgeblich zur Analyse ausgefeilter Cyberwaffen wie „Stuxnet“ oder zuletzt „Duqu“ beigetragen hat, durchaus die Gefahr, dass der „Islamische Staat“ komplexere Cyber-Angriffe planen könnte und dafür externe Cyber-Söldner bezahlt: „Ich fürchte, wenn die Mafia talentierte Hacker für ihre Zwecke anheuern kann, dann können islamistische Terroristen das auch.“

Fortschritte gibt es Kaspersky zufolge bei der Jagd nach den Online-Kriminellen, die mit massiven Feldzügen gegen Banken, den Devisenmarkt und Spielkasinos bis zu eine Milliarde Dollar erbeutet hatten. Mit einem Bericht über die sogenannte Carbanak- Gruppe hatte Kaspersky Anfang des Jahres international Schlagzeilen gemacht.

„Wir wissen inzwischen, dass ein Konglomerat von internationalen Online-Kriminellen dahintersteckt, von denen leider auffallend viele Russisch sprechen“, so Kaspersky. „Die schlechte Nachricht ist, dass es Carbanak immer noch gibt.“

Allerdings hätten „die russische Polizei und die zuständige Abteilung des Inlandsgeheimdienstes in den letzten Monaten zahlreiche mutmaßliche Täter verhaftet. In einem Fall fanden sie dabei einen Raum vor, dessen Boden komplett mit Rubel- und Dollarpaketen bedeckt war“.

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