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Datenschutz im Apple-Browser gezielt ausgetrickst

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17.02.2012

Google Datenschutz im Apple-Browser gezielt ausgetrickst

Sicherheitslücke ermöglichte unerlaubtes Ablegen von Cookies in Safari.

New York – Mit einem Trick ist es dem Internetkonzern Google offenbar gelungen, den Datenschutz im Safari-Browser des Rivalen Apple auszuhebeln. So sei es Google gelungen, auch dann sogenannte Tracking-Cookies auf den Geräten von Nutzern abzusetzen, die dies eigentlich per Einstellung untersagt hätten, berichtete das “Wall Street Journal” am Freitag. Nachdem das Blatt den Konzern zu der Praxis befragt hatte, habe Google die Software abgeschaltet, hieß es weiter.

Zuvor sei es unter anderem Google und seinen Werbekunden mit Hilfe der winzigen Dateien potenziell möglich gewesen, das Verhalten von Millionen Apple-Nutzern aufzuzeichnen, hieß es. Zudem hätten auch andere Werbenetzwerke die Lücke für sich genutzt. Die Zeitung zitierte eine Stellungnahme von Google, wonach sie “falsch dargestellt” habe, was passiert sei und warum. “Es ist wichtig zu betonen, dass diese Werbe-Cookies keine persönlichen Informationen sammeln”, teilte der Konzern demnach mit.

Dennoch nährt der Vorgang weitere Zweifel an Googles Umgang mit Nutzerdaten. Neben dem Online-Netzwerk Facebook gilt der Konzern als einer der eifrigsten Datensammler im Internet. Erst Ende Januar hatten die Kalifornier mit neuen Datenschutzbestimmungen für Unruhe gesorgt. Ab dem 1. März sollen demnach die Nutzerdaten aus den verschiedenen Angeboten des Konzerns zu einem Profil kombiniert werden. Davon betroffen sind etwa Angebote wie der E-Mail-Dienst Gmail, das Video-Portal Youtube oder das Sozial-Netzwerk Google+.

Die Neuerung hatte für Kritik unter Datenschützern gesorgt. So sind die neuen Datenschutzbestimmungen etwa nach Auffassung der Stiftung Warentest “auffällig vage” formuliert. Sie räumen dem Konzern damit weitreichende Rechte ein, die nach deutschem Recht angreifbar seien.

Bei Cookies handelt es sich um kleine Dateien oder Programme, die eine Website auf dem Rechner des Nutzers ablegt. Häufig speichern sie personenspezifische Daten, die bei einem späteren Besuch die Identifizierung des Nutzers und die Übernahme von persönlichen Einstellungen erleichtern. Wer sich dadurch ausspioniert fühlt, kann seinem Browser verbieten, Cookies anzunehmen.

Dabei sind die kleinen Code-Schnipsel keineswegs nur schädlich. So nutzen etwa Webseiten für Online-Banking Cookies, um sicherzustellen, dass eine Verbindung zu einem bestimmten Rechner besteht und diesen zu identifizieren.

Apples Safari-Browser ist dank des Erfolgs von Apples iPhones und iPads vor allem auf Mobilgeräten sehr weit verbreitet. Das Programm ist standardmäßig allerdings so eingestellt, dass es das Ablegen von Tracking-Cookies verhindert. Diese verfolgen das Surfverhalten des Nutzers nach und melden die besuchten Seiten zurück.

Durch eine technische Lücke ist es Google und anderen Anbietern dem “WSJ”-Bericht zufolge gelungen, dem Browser weißzumachen, dass der Nutzer dem Ablegen solcher Cookies zugestimmt habe. Apple hat angekündigt, diese Möglichkeit nun ausschließen zu wollen.

Beide Konzerne beharken sich derzeit in einem gnadenlosen Kampf um die Vorherrschaft vor allem auf mobilen Geräten. Apple war im vergangenen Jahr der größte Smartphone-Hersteller der Welt, Googles Android-Plattform hatte aber unter den Betriebssystemen die Nase vorn. Zudem führen die Unternehmen vor Gericht einen Patentkrieg.

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