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Prozess wegen Mordes im Jobcenter fortgesetzt

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07.03.2013

Düsseldorf Prozess wegen Mordes im Jobcenter fortgesetzt

Angehörige machen der Behörde Vorwürfe.

Düsseldorf – Im Prozess um den Mord an einer Sachbearbeiterin im Jobcenter Neuss haben Angehörige des Angeklagten der Behördenleitung Vorwürfe gemacht. Er habe vor der Tat tagelang versucht, mit einem Mitarbeiter des Jobcenters telefonisch über die Datenschutzerklärung seines Bruders zu sprechen, sagte ein Bruder des Angeklagten am Donnerstag im Düsseldorfer Landgericht. Er habe aber niemanden erreichen und auch keine Nachricht hinterlassen können. Sonst hätte er das Attentat womöglich verhindern können, sagte der 37-Jährige.

Die Anklage wirft dem Familienvater Mord aus Heimtücke und niedrigen Beweggründen vor. Der Mann hatte die 32-Jährige im September an ihrem Arbeitsplatz erstochen.

Bruder, Mutter und die Kinder des Angeklagten bezeichneten den 52-jährigen Marokkaner als „sehr ruhigen Menschen“. Verbrechen und Straftaten habe er verabscheut. Der Angeklagte habe sich stets um eine Arbeitsstelle bemüht, aber große Probleme mit der deutschen Sprache gehabt. Seit 2000 lebt er in Deutschland, spricht aber nur gebrochen Deutsch.

Vernehmungsbeamte der Polizei bezeichneten den Angeklagten dagegen als herzlos. Er habe sich bei seiner Aussage nach der Tat mehr Sorgen um einen kleinen Schnitt am Finger als um den Tod der Sachbearbeiterin gemacht, kritisierten die Zeugen.

Das Landgericht will den Prozess in der kommenden Woche fortsetzen. Dann will sich der Angeklagte laut Verteidigung zu den Mordvorwürfen äußern. Das Urteil soll Anfang April verkündet werden. Dem Angeklagten droht eine lebenslange Freiheitsstrafe.

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