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Buchmesse Literarische Vielfalt statt Samba und Karneval

Brasilien startet Frankfurter Ehrengastauftritt in Leipzig.

Leipzig – Neun brasilianische Schriftsteller haben auf der Leipziger Buchmesse das literarische Ehrengastjahr ihres Landes eröffnet. Bei 20 Lesungen und Autorengesprächen werden sie die vielen Facetten der brasilianischen Literatur vorstellen und auf den Gastlandauftritt Brasiliens auf der Frankfurter Buchmesse im Oktober einstimmen. „Die Frankfurter Buchmesse fängt bereits jetzt in Leipzig an“, sagte der Kurator des Frankfurter Literaturprogramms, Manuel Costa Pinto, am Donnerstag in Leipzig.

Auf dem Reiseplan der neun Autoren, unter ihnen der Lyriker Ricardo Domeneck sowie der Romancier und Essayist Luis S. Krausz, stehen außer Leipzig noch Berlin, Köln und die Buchmessestadt Frankfurt am Main. In allen diesen Städten werden sie in den kommenden Tagen Lesungen präsentieren. Den Abschluss ihrer Deutschlandtour bildet ein gemeinsamer Auftritt der Schriftsteller im Frankfurter Mousonturm am 19. März. Einige von ihnen werden im Oktober zur größten Buchmesse der Welt nach Frankfurt zurückkehren.

Dann werde eine Delegation von mindestens 70 brasilianischen Autoren ihr Land auf der Frankfurter Buchmesse vertreten, sagte der Präsident der brasilianischen Nationalbibliothek, Galeno Amorim. „Es kommen sicher noch weitere hinzu“, ergänzte er. Amorim hob die literarische Bandbreite hervor, die durch die eingeladenen Autoren repräsentiert werde. Schriftsteller aus allen Regionen Brasiliens seien dabei, außerdem afro-brasilianische und indigene Autoren. Ihre literarische Bandbreite reiche von Prosa über Lyrik und Literaturwissenschaft bis hin zu Kinder- und Jugendbüchern sowie Graphic Novels. „Dieses Mosaik wird die Identität und Vielfalt der brasilianischen Literatur darstellen“, zeigte sich Amorim überzeugt.

Abseits der gängigen Klischees

Begleitet werde der Ehrengastauftritt von Ausstellungen, Theater- und Filmvorführungen sowie Konzerten. Das komplette Programm soll im Juni in Frankfurt vorgestellt werden.

Klischees wie Samba, Karneval, Fußball und Caipirinha, die häufig mit Brasilien in Verbindung gebracht werden, will das Frankfurter Gastland unbedingt vermeiden. „Natürlich sind wir stolz auf den Fußball“, betonte Kurator Pinto. Dennoch ist ihm wichtig, dass oftmals einseitige Bild Brasiliens im Ausland zu korrigieren. Sein Land biete schließlich eine aufregende Mischung aus europäischer, afro-brasilianischer und der indigenen Kultur der Indios.

Für Jürgen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse, waren diese Vielfalt und die Leichtigkeit, mit der die jungen brasilianischen Autoren ihre Geschichten erzählen, das ausschlaggebende Argument, Brasilien einzuladen. Er freue sich auf das Neue, das Brasilien abseits der gängigen Klischees in Deutschland vorstellen werde: „Den Caipirinha werde ich vielleicht vermissen, den Samba nicht.“

14.03.2013 © dapd / newsburger.de

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