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Geständnis im Prozess um Mord an Tätowierer

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16.04.2012

Berlin Geständnis im Prozess um Mord an Tätowierer

Tattookünstler bittet um Vergebung – Verfahren gegen Ex-Verlobte eingestellt.

Berlin – Im Prozess um den Mord an einen Tätowierer hat der 30-jährige Angeklagte vor dem Landgericht Berlin die Tötung eingeräumt. Die Tat sei auch für ihn „nicht erklärbar“, weil er „stark alkoholisiert“ gewesen sei, hieß es am Montag in einer Erklärung seines Verteidigers. Zudem bat er die Hinterbliebenen des Opfers, aber auch seine mitangeklagte Ex-Verlobte um Vergebung.

Der US-Amerikaner soll im Juli vergangenen Jahres den befreundeten Tätowierer nach einem Streit in einer Wohnung im Ortsteil Oberschöneweide „gefühllos und unbarmherzig“ mit mehreren Beilschlägen getötet haben. Ihm wird Mord aus Grausamkeit vorgeworfen.

Der Anklage nach spaltete er dem noch lebenden Opfer mit einem Beil das Gesicht, „um es zu quälen“, und schlug dann noch mehrere Male mit dem Werkzeug auf den Mann ein. Danach soll der Angeklagte gemeinsam mit seiner Freundin die Leiche des 31-jährigen Österreichers zerstückelt und in der Spree sowie einem See in Berlin entsorgt haben. Die 22-Jährige muss sich wegen Strafvereitelung mitverantworten.

Zu Prozessbeginn hat die frühere Verlobte des 30-Jährigen über ihre Anwältin eingeräumt, den Kopf der Leiche entsorgt zu haben. Sie bestritt aber, beim Zerstückeln mitgeholfen zu haben. Nach dem Teilgeständnis wurde das Verfahren gegen die 22-Jährige gegen Zahlung von 1.000 Euro Geldbuße eingestellt.

Die Frau ist bisher nicht vorbestraft und saß fünfeinhalb Monate in Untersuchungshaft. Ob im Fall einer Verurteilung eine höhere Strafe herausgekommen wäre, sei fraglich, argumentierte der Richter.

Der 30-Jährige hatte am Montag seine Ex-Verlobte um „Verzeihung gebeten“, dass sie durch ihn „in diese fatale Situation geraten ist“. Er kündigte an, „sein teuflisches Alkoholproblem“ mit einer Therapie besiegen zu wollen. Die Verteidigung ist überzeugt, dass sich das Mordmerkmal der „Grausamkeit“ nicht beweisen lassen wird. Angeklagter und Opfer seien „stark alkoholisiert gewesen“, hieß es.

Nach Aussage der 22-Jährigen war sie mit dem Tatgeschehen „überfordert“ und hatte ihre „extreme Gefühlsverfassung“ mit Alkohol und Tabletten betäubt. „Ich hatte Angst, dass er das Gleiche mit mir machen wird“, ließ sie erklären. Aus Furcht, für die Tat mit zur Verantwortung gezogen zu werden, habe sie die Polizei nicht alarmiert.

Den Angaben nach hatte sie mitbekommen, wie der Mitangeklagte nach einem Streit das spätere Opfer in das Badezimmer gestoßen und auf ihn eingeschlagen hatte. Sie seien betrunken gewesen und hätten über eine Person gestritten, die beide kannten, hieß es. Später habe sie gesehen, wie der 30-Jährige „mit einem Beil in der Hand“ auf das in der Badewanne liegende Opfer einschlug. Erst als der Leichnam nicht mehr im Badezimmer war, habe sie den Raum wieder betreten und alles geputzt, hieß es.

Die meisten Leichenteile hatte der Mitangeklagte aus der Wohnung geschafft und in der Spree entsorgt. Die 22-Jährige beschwerte schließlich den in einem Müllsack verstauten Kopf mit Hanteln, packte ihn in ihren Rucksack und versenkte ihn im Schäfersee in Reinickendorf. Sie befindet sich in therapeutischer Behandlung.

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